Greenpeace zu den Beschlüssen der Agrarministerkonferenz

Würzburg, 25. 9. 2026 – Die Agrarminister:innen von Bund und Ländern haben sich bei ihrer Herbstkonferenz in Würzburg für ein neues Düngerecht mit Wahlrecht für drei Varianten für die Länder ausgesprochen. Alle drei sehen schwächere Wasserschutzauflagen in den besonders nitratbelasteten Roten Gebieten vor. Bei keiner ist eine verpflichtende betriebliche Nährstoffbilanz vorgesehen, mit der sich Überdüngung einzelnen Betrieben zuordnen ließe. Zudem fordern 11 Bundesländer, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz aufzuheben – die Kennzeichnungspflicht für Schweinefleisch sollte eigentlich am 1. Januar 2027 greifen. Für Greenpeace-Agrarexperte Matthias Lambrecht verhindern Bund und Länder damit Transparenz und Klarheit:

Die Agrarministerinnen und -minister betreiben mehrheitlich Lobbypolitik für die Fleischindustrie. Statt für Klarheit und Transparenz zu sorgen, verschleiert ihre Politik, wer unser Trinkwasser mit zu viel Düngen belastet und Tiere in den Ställen leiden lässt. Diese einseitige Politik ignoriert die Wünsche und Sorgen der Menschen und schadet den Unternehmen, die unsere Wasserversorgung sichern müssen, und den landwirtschaftlichen Betrieben, die sich für tiergerechte Haltung engagieren und ökologisch wirtschaften. Matthias Lambrecht, Greenpeace-Landwirtschafts-Experte
Seit fast einem Jahr sind die Auflagen für besonders nitratbelastete Gebiete ausgesetzt. Statt diesen einheitlichen Schutz wieder herzustellen, setzen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und die Landesminister:innen auf einen Flickenteppich unterschiedlicher Länderregeln, die frühestens 2028 greifen. Wenn jedes Bundesland seine eigene Düngevariante wählen kann, droht ein undurchsichtiges Bürokratiemonster unterschiedlicher Regelwerke. Eine verpflichtende Nährstoffbilanz für jeden Betrieb fehlt dagegen. Das gefährdet unser wichtigstes Lebensmittel: sauberes Trinkwasser. Wenn sich zudem 11 der 16 Minister:innen gegen die Pflicht zu Tierhaltungskennzeichnung aussprechen, ignorieren sie eine breite Mehrheit der Bundesbürger:innen, die eine verpflichtende staatliche Kennzeichnung wünschen. Die Agrarministerinnen und -minister müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden: mit einer rechtssicheren Ausweisung der belasteten Gebiete, einer Nährstoffbilanz für jeden Betrieb und der längst überfälligen Haltungskennzeichnung. Matthias Lambrecht, Greenpeace-Landwirtschafts-Experte

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