Greenpeace weist hohe Nitratbelastung im Wahlkreis von Bundeslandwirtschaftsminister Rainer nach

Straßkirchen, 19. 10. 2026 - Die Nitratwerte in Flüssen und Bächen im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen überschreiten in mehreren Fällen den Zielwert für Flüsse von 11 Milligramm pro Liter. Das zeigen Wasserproben, die Greenpeace an sieben Stellen aus Oberflächengewässern genommen und analysiert hat. Das Wasser ist dort somit in einem ökologisch bedenklichen Maße mit Nitrat belastet. Das zeigen Analysen, die Julios Kontchou, Umwelttoxikologe bei Greenpeace Deutschland, in einem mobilen Labor vor Ort vorgenommen hat. Hauptursache der Nitratbelastung ist die übermäßige Düngung in der Landwirtschaft. Von Äckern und Wiesen gelangt der Stoff ins Oberflächen- und Grundwasser.

Diese bedenklichen Werte im Wahlkreis des Bundeslandwirtschaftsministers fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis von Alois Rainers verfehlter Politik. Seit seinem Amtsantritt durchlöchert Rainer das Düngerecht und schwächt den Wasserschutz. Diese organisierte Verantwortungslosigkeit muss aufhören. Wir brauchen im Düngerecht eine eine verpflichtende Hoftorbilanz – also eine belegbasierte Nährstoffbilanz des Gesamtbetriebs - mit der die Überdüngung verursachergerecht erfasst und kontrolliert werden kann. Vera Baumert, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace Bayern

Bevor Greenpeace mit einem mobilen Messlabor in Niederbayern unterwegs war, hat die Umweltorganisation die jüngsten Messwerte aller Grundwasser- und Flussmessstellen des Gewässerkundlichen Dienstes Bayern für den Landkreis Straubing analysiert. Demnach wurde dort der Zielwert für Flüsse zuletzt an allen neun Messstellen überschritten. Beim Grundwasser gilt das für neun von 26 Messstellen (34,6 Prozent). Sie liegen mit ihrem jeweils letzten offiziell gemessenen Nitratwert über 50 mg/l. Im gesamten Freistaat überschreiten 22,7 Prozent der Grundwasser-Messstellen den Grenzwert. Nitrat im Trinkwasser kann die Gesundheit von Säuglingen gefährden und steht im Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen. Dass der geltende Schwellenwert im Grundwasser vielerorts überschritten wird, macht die Aufbereitung von Trinkwasser kompliziert und teuer.

Da es verschiedene Messnetze gibt, variieren die Angaben zur Nitratbelastung. Bis 2025 gaben die sogenannten “Roten Gebiete” Anhaltspunkte. Sie markierten Landstriche, in denen das Grundwasser besonders nitratbelastet ist. Im Herbst 2025 hob Bayern die Ausweisung nach einem Gerichtsurteil auf. Die verschärften Düngeregeln für “Rote Gebiete” entfielen.

Beim Schutz unseres Grundwassers vor Überdüngung ist Bayern seit einem Jahr im Blindflug. Dadurch verlieren wir wertvolle Zeit. Minister Rainer muss die Ausweisung der Roten Gebiete ohne Verzögerung per Verordnung rechtssicher regeln, die Länder sie umgehend umsetzen. Vera Baumert, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace Bayern

Deutschlandweit nehmen Greenpeace-Aktive und Bürger:innen noch bis Ende November Proben aus Flüssen, Bächen und Seen sowie privaten Grundwasserbrunnen. Mit den so erhobenen Werten entsteht Stück für Stück eine Karte, die die Nitratbelastung aufdeckt.

Rückfragen bitte an Vera Baumert, Tel. 0175/7869954 oder vera.baumert@greenpeace.org, Bilder finden Sie unter diesem Link.

Erhalten Sie Greenpeace e.V.-Neuigkeiten in Ihrem RSS-Reader.

Oder manuell über Atom-URL abonnieren