Greenpeace weist hohe Nitratbelastung im Wahlkreis des CSU-Landesgruppenchefs Hoffmann nach

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Zellingen, 22. 10. 2026 - Die Nitratwerte in Flüssen und Bächen im Landkreis Main-Spessart überschreiten in mehreren Fällen den Zielwert für Oberflächengewässer von 11 Milligramm pro Liter. Das zeigen Wasserproben, die Greenpeace an sechs Stellen genommen und analysiert hat. Das Wasser ist dort an allen sechs in einem ökologisch bedenklichen Maße belastet. Das hat die Analyse von Julios Kontchou, Umwelttoxikologe bei Greenpeace Deutschland, vor Ort ergeben. Das mobile Labor war im unterfränkischen Retzbach platziert, dem Heimatort des CSU-Landesgruppenchefs Alexander Hoffmann. Hauptursache der Nitratbelastung ist die übermäßige Düngung in der Landwirtschaft. Von Äckern und Wiesen gelangt der Stoff ins Oberflächen- und Grundwasser.

Diese bedenklichen Werte in der Heimat des CSU-Landesgruppenchefs fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis einer verfehlten Politik der CSU. Seit 2025 durchlöchert Hoffmanns Partei das Düngerecht und schwächt den Wasserschutz. Diese organisierte Verantwortungslosigkeit muss aufhören. Wir brauchen im Düngerecht eine verpflichtende Hoftorbilanz – also eine belegbasierte Nährstoffbilanz des Gesamtbetriebs - mit der die Überdüngung verursachergerecht erfasst und kontrolliert werden kann. Vera Baumert, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace Bayern

Bevor Greenpeace in Unterfranken unterwegs war, hat die Umweltorganisation die jüngsten Messwerte aller Grundwasser- und Flussmessstellen des Gewässerkundlichen Dienstes Bayern für den Landkreis Main-Spessart, den Alexander Hoffmann im Bundestag vertritt, analysiert. Demnach wurde dort der Zielwert für Oberflächengewässer zuletzt an 8 von 17 Messstellen (47 Prozent) überschritten. Beim Grundwasser gilt das für 4 von 24 Messstellen (17 Prozent). Sie liegen mit ihrem jeweils letzten offiziell gemessenen Nitratwert über 50 mg/l. Im gesamten Freistaat überschreiten 23 Prozent der Grundwasser-Messstellen den Grenzwert. Nitrat im Trinkwasser kann die Gesundheit von Säuglingen gefährden und steht im Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen. Dass der geltende Schwellenwert im Grundwasser vielerorts überschritten wird, macht die Aufbereitung von Trinkwasser kompliziert und teuer.

Da es verschiedene Messnetze gibt, variieren die Angaben zur Nitratbelastung. Bis 2025 gaben die sogenannten “Roten Gebiete” Anhaltspunkte. Sie markierten Landstriche, in denen das Grundwasser besonders nitratbelastet ist. Im Herbst 2025 hob Bayern die Ausweisung nach einem Gerichtsurteil auf. Die verschärften Düngeregeln für “Rote Gebiete” entfielen.

Beim Schutz unseres Grundwassers vor Überdüngung ist Bayern seit einem Jahr im Blindflug. Dadurch verlieren wir wertvolle Zeit. Als CSU-Landesgruppenchef muss Alexander Hoffmann jetzt handeln und die rechtssichere Neuausweisung der Roten Gebiete ohne Verzögerung im Bundestag vorantreiben. Vera Baumert, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace Bayern

Deutschlandweit nehmen Bürger:innen und Greenpeace-Aktive noch bis Ende November Proben aus Flüssen, Bächen und Seen sowie privaten Grundwasserbrunnen. Mit den so erhobenen Werten entsteht Stück für Stück eine Karte, die die Nitratbelastung aufdeckt. Am 31. Oktober ist die Greenpeace-Gruppe Würzburg von 11 bis 16 Uhr auf dem Sternplatz in Würzburg und nimmt dafür Wasserproben von Bürger:innen entgegen. Fotos von der Messung in Retzbach finden Sie unter diesem Link.

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