Hamburg, 2. September 2026 – Anlässlich des heute veröffentlichten UNEP-Overshoot-Berichts warnt Greenpeace-Klimaexperte Jannes Stoppel: Ein zeitweiliges Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze birgt unkalkulierbare Kipp-Risiken in den Erdsystemen.
Klimapolitische Versäumnisse haben die 1,5-Grad-Grenze gerissen. Umso wichtiger ist es jetzt, natürliche CO2-Senken wie Wälder und Moore zu stärken, statt auf riskante technische Lösungen zu hoffen. Die Ozeane können schon jetzt durch die Erwärmung deutlich weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, deshalb sind Wälder und Böden die eigentlichen Hoffnungsträger, um dem CO2-Überschuss etwas entgegenzusetzen. Sie müssen dringend renaturiert und geschützt werden, um nicht Dürren und Bränden zum Opfer zu fallen. Der beste Weg, um CO2 aus der Atmosphäre zu bekommen, ist eine massive, ökologisch durchdachte Wiederbegrünung unseres Planeten und der Schutz natürlicher Ökosysteme. Die Emissionen müssen zudem in allen Bereichen schnell runter: Die Menschheit kann sich nicht an ein Klima anpassen, das fortlaufend unberechenbarer wird.Jannes Stoppel, Greenpeace-Klimaexperte
Das 1,5-Grad-Ziel ist kein willkürliches: Für Inselstaaten im Pazifik etwa entscheidet sich daran ihre Zukunft. Um die Klimakrise zu bekämpfen, braucht es wirksame und ökologische sinnvolle CO2-Senken. Die sind aber kein Freibrief, um Emissionsminderungen zu verzögern. Auf dem Weg zur kommenden Klimakonferenz in der Türkei braucht es eine klare Agenda der Bundesregierung für eine Elektrifizierung, die den fossilen Ausstieg beschleunigt und der Wirtschaft Zukunftschancen bei Green-Tech wie Wärmepumpen, Batteriezellen und Smart Grids eröffnet. Klimaschutz gehört als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz. Die schwarz-rote Koalition braucht den Mut, in der Klimakrise auf Transformation und Suffizienz zu setzen - anders lässt sich die Herausforderung, die Erderhitzung zu begrenzen, nicht bewältigen. Bezahlen müssen die Kosten der Klimaschäden die Verursachenden: Öl- und Gaskonzerne, deren Geschäftsmodell seit Jahrzehnten den Planeten zerstört.Jannes Stoppel, Greenpeace-Klimaexperte