Hamburg, 18. 9. 2026 - Die Bundesregierung plant einen neuen Tankrabatt, berichten Medien übereinstimmend. Demnach soll der Rabatt ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro haben und über drei Monate bis Ende des Jahres gelten. Dabei soll die Mineralölsteuer gesenkt werden, um Kraftstoffe um 17 Cent zu verbilligen. Bereits im Mai und Juni hatte die Bundesregierung auf diesem Weg den Spritpreis zu drücken versucht und sich das 1,6 Milliarden Euro kosten lassen. Im Nachgang urteilte die Monopolkommission, ein Beratungsgremium der Bundesregierung in Fragen des Wettbewerbs, auf Eingriffe dieser Art “solle künftig verzichtet werden”. Greenpeace Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer geht noch weiter:
Die Ölkonzerne müssen sich gerade wie Einbrecher fühlen, denen der Bankdirektor den Safecode aufschreibt. Ein Tankrabatt ist nicht zielgerichtet, klimaschädlich und ein dicker Batzen davon landet am Ende als Übergewinn in den Taschen der Ölkonzerne. All das ist der Bundesregierung nicht ein-, sondern gleich zweimal von verschiedener Seite bestätigt worden. Trotzdem entscheidet sie sich jetzt offenbar ein drittes Mal für diesen untauglichen Rabatt. Eine Regierung, die kaum weiß, wie sie ihre Haushaltslöcher stopfen soll, steckt 2,5 Milliarden Euro in eine nachweislich schlechte Maßnahme: Ist das euer Ernst?Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin
Statt Steuermilliarden mit der Gießkanne zu verschwenden, müsste jetzt endlich das eigentliche Problem angegangen werden: die Abhängigkeit vom Öl. Finanziert von abgeschöpften Übergewinnen könnte das 9-Euro-Ticket wieder auferstehen und den Ölverbrauch senken. Passgenaue Entlastungen könnten kurzfristig all jenen helfen, die es am nötigsten haben. Warum existiert Fortschritt bei dieser Regierung so oft nur im Konjunktiv?Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin