Greenpeace-Aktive protestieren bundesweit an 45 Ikea-Filialen gegen Waldzerstörung

Umweltschützer:innen kritisieren Kahlschlag in schützenswerten schwedischen Wäldern

Berlin, 7. 11. 2026 – An 45 Ikea-Filialen in ganz Deutschland demonstrieren Aktivist:innen von Greenpeace heute gegen Waldzerstörung für die Produkte des weltgrößten Möbelhändlers. Die spektakulärste Aktion findet an der größten deutschen Filiale in Berlin-Lichtenberg statt. Hier haben Aktivist:innen die Plakatwand an der Außenfassade umgestaltet: Das neue, 77 Quadratmeter große Plakat zeigt im typischen Ikea-Werbestil das Ikea-Bett NEIDEN vor einem kahlgeschlagenen Wald. Ein Ikea-Kuschelbär blickt traurig auf das Möbelstück. „Dein Traum. Sein Albtraum. Ikeas Profit.“, lautete die Aufschrift. An den anderen Möbelhäusern verteilen Aktivist:innen Aufsteller mit einem Kettensägen-Strichmännchen im Stil von Ikeas Montageanleitungen.

Anlass ist eine diese Woche veröffentlichte Recherche von Greenpeace Nordic. Sie belegt, dass Bäume aus ökologisch wertvollen Wäldern Schwedens als Massenware bei Ikea enden. Diese Wälder sind wichtiger Lebensraum für Arten wie Braunbären, Rentiere und Luchse. Mithilfe von GPS-Trackern konnte Greenpeace den Weg des Holzes aus acht kahlgeschlagenen, teils jahrhundertealten Wäldern (Kontinuitätswäldern) in Nordschweden bis zu den Herstellern der beliebten Ikea-Serien IVAR, HEJNE und NEIDEN nachverfolgen.

Ikea spielt uns seit Jahren das schwedische Bullerbü-Unternehmen vor. Doch hinter der blau-gelben Fassade steckt eiskalte Waldzerstörung. Wer dort einkauft, will keinen Kahlschlag finanzieren. Ikea muss die Kettensägen in schützenswerten Wäldern stoppen. Harald Gross, Greenpeace-Waldexperte

Kahlschlag in schwedischen Wäldern bedroht Lebensweise der indigenen Sámi

Die Recherche zeigt, dass Sägewerke in Ikeas Lieferkette, Holz aus sogenannten Kontinuitätswäldern verarbeiten – Wälder, in denen seit Jahrhunderten nicht großflächig gefällt wurde und deren Ökosystem sich dadurch natürlich entwickeln konnten. Diese Wälder speichern große Mengen CO2, weisen eine hohe Arten- und Strukturvielfalt auch mit älteren Baumbeständen auf und sind deshalb essentiell für die traditionelle Lebensweise der Sámi, der letzten indigenen Bevölkerung Europas. Viele Sámi halten Rentierherden, deren Futter im Winter hauptsächlich aus Flechten besteht, die fast ausschließlich an den alten Bäumen dieser Kontinuitätswälder wachsen. Jährlich schlägt die schwedische Holzindustrie Kontinuitätswälder auf einer Fläche von rund 26.000 Hektar kahl – das entspricht etwa 40.000 Fußballfeldern. Nur ein geringer Teil von ihnen ist derzeit geschützt. Schreitet die Zerstörung ungebremst voran, wird der Rest dieser einzigartigen Ökosysteme bis zum Jahr 2052 vollständig verschwunden sein.

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