Jerewan (Armenien)/Berlin, 30.10.2026 – Auf der UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP17) in Jerewan haben sich die Mitgliedstaaten auf Maßnahmen zur beschleunigten Umsetzung des Weltnaturabkommens geeinigt. So sollen zum Beispiel schädliche Subventionen umgewidmet und mehr Geld für den Naturschutz mobilisiert werden. Klima und Naturschutz sollen besser verzahnt werden. Die Beschlüsse aus Jerewan stärken die Rahmenbedingungen für den Schutz der Wälder und der Meere. Die Anerkennung und Selbstbestimmung Indigener Gemeinschaften blieb im Abschlusstext jedoch unzureichend verankert. Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen reagiert die Konferenz mit ihren Beschlüssen auf die erste Halbzeitbilanz der Naturschutzziele für 2030. Die Bestandsaufnahme legt offen: Es gibt massive Lücken – auch in Deutschland fehlen für die meisten der 23 vereinbarten Ziele nach wie vor konkrete Maßnahmen. Für Jannes Stoppel, Experte für internationale Klima- und Biodiversitätspolitik von Greenpeace Deutschland, schließt die Konferenz dennoch mit einem hoffnungsvollen Signal:
„Ökosysteme kollabieren, Arten sterben. Es darf keine Ausreden mehr geben. Die umfassenden Beschlüsse der Weltgemeinschaft in Jerewan fordern auch Deutschland auf, die Ziele des Weltnaturabkommens dringend mit mehr Einsatz umzusetzen. Die Bundesregierung muss ihren Beitrag leisten, um das Artensterben bis 2030 zu stoppen und damit die zentralen Funktionen der Natur für uns Menschen zu sichern. Zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen muss die Bundesregierung ihren gesetzlichen Pflichten ressortübergreifend im Sinne der gesamten Bevölkerung konsequent nachkommen. Dazu zählen ein wirksamer Schutz von 30 Prozent der Meere, Küsten, Gewässer- und Landflächen, der Abbau und die Umwandlung von umweltschädlichen Subventionen und der Beschluss eines ambitionierten Wiederherstellungsplan. Mehr Geld muss für den internationalen Naturschutz bereitgestellt werden – besonders auf direktem Wege für Indigene Gemeinschaften zum Beispiel im global wichtigen Amazonasgebiet. Die Beschlüsse der Weltnaturschutzkonferenz geben jetzt Rückenwind für die kommenden Klimaverhandlungen in Antalya und den Schutz der Hohen See. Auch der Privatsektor und weltweit operierende Konzerne tragen eine Verantwortung, um ihre zerstörerischen Auswirkungen auf die Natur zu verringern. Firmen wie IKEA dürfen zum Beispiel schützenswerte Wälder nicht weiter ausbeuten. Es ist inakzeptabel, dass große multinationale Konzerne enorme Gewinne aus der Ausbeutung der Natur erzielen, während sie kaum etwas zu deren Schutz beitragen – und die Menschen weltweit den Folgen der zunehmenden Biodiversitätskrise überlassen.Jannes Stoppel, Experte für internationale Klima- und Biodiversitätspolitik