Greenpeace-Recherche: Holz aus wertvollen schwedischen Wäldern landet in Ikea-Möbeln

Sender-Tracking belegt Holzverwendung für die Regal-Klassiker Ivar und Hejne

Stockholm, 2. 11. 2026 – Bäume aus ökologisch wertvollen Wäldern Schwedens enden als Massenware bei Ikea. Eine heute veröffentlichte Untersuchung von Greenpeace Nordic belegt, dass Sägewerke der Ikea-Lieferkette Holz aus besonders schützenswerten Beständen verarbeiten. Mithilfe von Sender-Tracking konnte Greenpeace Holzwege aus acht kahlgeschlagenen Kontinuitätswäldern in Nordschweden bis zu den Herstellern bekannter Regal-Klassiker wie Ivar und Hejne nachverfolgen.

Ikea will uns ein Bullerbü-Idyll verkaufen, aber dahinter wüten Kettensägen in artenreichen Wäldern. Der Konzern muss dringend seine Lieferketten aufräumen. Holz aus schützenswerten Wäldern hat bei Ikea nichts verloren. Harald Gross, Greenpeace-Waldexperte

Kahlschlag in schutzwürdigen Kontinuitätswäldern – Konzerne ziehen Konsequenzen

Im Fokus der Recherche stehen sogenannte Kontinuitätswälder: Wälder, in denen seit Jahrhunderten keine Bäume großflächig gefällt wurden und die sich dadurch natürlich entwickeln konnten. Je länger ein solches Ökosystem in Ruhe gedeihen kann, desto mehr Kohlenstoff speichert es in Boden und Biomasse und desto reicher und komplexer ist seine Artenvielfalt. Zudem bilden diese Wälder die Lebensgrundlage für Rentiere und die traditionelle Kultur der Sámi, der einzigen anerkannten indigenen Bevölkerung Europas.

Jährlich schlägt die schwedische Holzindustrie Kontinuitätswälder auf einer Fläche von rund 26.000 Hektar kahl – das entspricht etwa 40.000 Fußballfeldern. Schreitet diese Zerstörung ungebremst voran, werden diese einzigartigen Ökosysteme bis zur Mitte des Jahrhunderts vollständig verschwunden sein. Erste internationale Großkonzerne zogen nach Kampagnen von Greenpeace und Partnerorganisationen bereits Konsequenzen und arbeiten nicht mehr mit Zulieferern wie dem Forst Konzern SCA zusammen, die Holz aus Kontinuitätswäldern beziehen. Grund sind ökologische Schäden und die Missachtung indigener Rechte.

Jetzt ist Ikea an der Reihe! Als Unternehmen mit schwedischen Wurzeln steht Ikea besonders in der Pflicht, die nordischen Wälder zu schützen und das kulturelle Erbe der Sámi zu achten. Harald Gross, Greenpeace-Waldexperte

Achtung Redaktionen: Den Bericht finden Sie hier. Fotos und Videos zum Bericht finden Sie hier.

Hintergrund: Die Recherchen schließen an zwei Berichte vom Oktober 2026 an: The Missing Manual analysierte massive Schwachstellen in Ikeas Beschaffungsregeln, während eine Felduntersuchung in Rumänien die Zerstörung in einem 170 Jahre schützenswerten Wald (Natura-2000-Schutzgebiet) für einen Ikea-Zulieferer aufgedeckt.

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