Hamburg, 23. Oktober 2026 – Das erste Atommüllendlager weltweit erhält in Finnland die Betriebsgenehmigung. Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital sieht in dem Konzept kein geeignetes Vorbild für die deutsche Endlagersuche:
Das finnische Konzept ist zu Recht umstritten. Das Atommülllager in Eurajoki arbeitet mit massiven Kupferbehältern: Für eine einzige Kernladung des Atomreaktors Olkiluoto 3 werden fast 1000 Tonnen Kupfer benötigt. Versagen diese Kupferbehälter irgendwann in der Zukunft, droht Grundwasser radioaktiv verschmutzt zu werden. Außer Finnland geht lediglich Schweden diesen unwirtschaftlichen Weg, alle anderen Staaten wie Deutschland setzen auf geologische Barrieren – sogenanntes Wirtsgestein wie Steinsalz, Ton- oder Kristallingestein. Das macht die Suche langwieriger, bietet aber mehr Sicherheit. Atommüll muss eine Million Jahre sicher eingeschlossen bleiben. Dadurch ergibt sich die immens anspruchsvolle Herausforderung, wie strahlender Abfall auch hunderte von Generationen nach uns sicher verortet bleibt. Diese nukleare Semiotik behandelt die Frage, wie sich in einer fernen Zukunft Menschen warnen lassen, dass dieses hochreine Kupfer kein Bodenschatz ist, sondern die Verpackung für eine fast ewig währende Gefahr.Heinz Smital, Greenpeace-Atomexperte