Hamburg, 8. 11. 2026 – Die 31. UN-Klimakonferenz (COP31) startet morgen im türkischen Antalya unter schwierigen Voraussetzungen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen der Ausstieg aus fossilen Energien, der Ausbau sauberer Elektrizität und eine gerechte Klimafinanzierung. Schon jetzt ist absehbar, dass viele Themen vermutlich nur außerhalb der eigentlichen Verhandlungen in kleineren Allianzen Fortschritte erzielen können. Dennoch fährt Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace, mit klaren Erwartungen nach Antalya:
Trotz tausender Hitzetoter in Deutschland und Überschwemmungsopfer in Nepal und Spanien drohen die anstehenden Klimaverhandlungen zäh zu werden – aber sie können die Welt dennoch ein Stück voranbringen. Dabei können und müssen Deutschland und die EU eine wichtige Rolle spielen: Die eigentliche Konfliktlinie im internationalen Klimaschutz verläuft heute zwischen Öl- und Gas-Staaten wie Saudi-Arabien und Russland sowie denjenigen Ländern, die konsequent auf eine grüne Elektrifizierung setzen wollen. Wenn Deutschland und Europa für einen verbindlichen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas eintreten und einen ehrgeizigen Pfad bei der grünen Elektrifizierung einbringen, kann das den Weltmärkten eine neue Dynamik geben und auch die Verhandlungen voranbringen.Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace
Nach Trumps Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen und den erschwerten Verhandlungen gewinnen kleinere Allianzen an Bedeutung, etwa beim Schutz der Wälder, aber auch beim Ausstieg aus den Fossilen. Mit seinen diplomatischen Erfahrungen kann Deutschland hier Brücken bauen. Es ist dabei allerdings eine große Bürde, wenn unser Land als weniger verlässlich wahrgenommen wird. Wenn etwa der Bundeskanzler nicht zur COP reist, dann ist das gerade nach diesem dramatischen Hitzesommer ein Affront. Vor allem aber sollte Deutschland seinen Beitrag zur Klimafinanzierung mindestens wieder auf die zugesagte Höhe von sechs Milliarden Euro erhöhen. Nur dann kann die deutsche Delegation aussichtsreich an solidarischen Allianzen mit neuen geopolitischen Verbündeten arbeiten.Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace