Greenpeace zu den Ergebnissen der IWC-Konferenz in Hobart

Die Walfang-Lobby verhindert neues Schutzgebiet im Südatlantik

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Hobart/Australien, 2. Oktober 2026 - Die 70. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) im australischen Hobart endet erneut, ohne ein Schutzgebiet für Wale im Südatlantik auszuweisen. Die nötige Dreiviertelmehrheit (45 Stimmen) für das von Brasilien, Argentinien und Uruguay beantragte South Atlantic Whale Sanctuary (SAWS) kam nicht zustande. Wichtige Unterstützer-Nationen für den Walschutz wie Finnland und Luxemburg waren in diesem Jahr nicht vor Ort, während die Gegner ihre Blockade aufrechterhielten, so dass am Ende sechs Stimmen für die Annahme fehlten. Franziska Saalmann, Meeresbiologin bei Greenpeace, hat die Verhandlungen vor Ort begleitet und bedauert, dass mehrere Schutzanträge ausgebremst oder voreilig zurückgezogen wurden:

Diese Konferenz hätte ein historischer Erfolg zum 40. Jahrestag des Walfangmoratoriums werden können. Doch auch im 80. Jahr des IWC-Bestehens wird der weltweite Schutz der Wale von den immer gleichen Ländern ausgebremst. Das geplante Schutzgebiet im Südatlantik - mehr als doppelt so groß wie die USA - hätte den Meeresschutz einen wichtigen Schritt vorangebracht und das Momentum für weitere Schutzmaßnahmen geliefert. Somit steckt in dieser Niederlage ein Auftrag: Bei der anstehenden ersten UN-Hochseeschutzkonferenz im nächsten Januar muss sich Deutschland mit allen Vertragsparteien umso stärker dafür einsetzen, dass mit dem neuen Abkommen ein globales Netz vollständig geschützter Gebiete entsteht. Franziska Saalmann, Meeresbiologin bei Greenpeace Deutschland
Neben den Angriffen auf das Moratorium durch die Walfang-Lobby hat besonders die Schweiz eine kritische Rolle in Hobart gespielt. Trotz Zuspruch nahmen sie ihre eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen vor gezielter Jagd vorzeitig zurück. Die EU hat es verpasst, diesem Vorschlag mehr Rückendeckung und Unterstützung zu geben. Ihre eigens vorgeschlagenen Maßnahmen zu Beifang, Schiffskollisionen und Strandungen konnten beschlossen werden, da sie unstrittiger waren und eben nicht gezielt den Walfang adressierten. Auch wenn das Walfangmoratorium noch mit großer Mehrheit verteidigt wurde, hat das Treffen nicht die erhofften und nötigen Fortschritte gebracht. Diese IWC hat leider gezeigt, dass unsere Meere weiterhin unter enormem Druck politischer Machtinteressen stehen. Franziska Saalmann, Meeresbiologin bei Greenpeace Deutschland

Kontakt vor Ort: Für Einordnungen und Interviews erreichen Sie Greenpeace-Meeresbiologin Franziska Saalmann in Hobart unter Tel. 0170-7237313 oder franziska.saalmann@greeneace.org . Für weitere Rückfragen in Deutschland wenden Sie sich bitte an Pressesprecherin Birgit Hilmer, Tel. 0151-10588654 oder birgit.hilmer@greenpeace.org. Eine Auswahl an kostenfreien Wal-Fotos oder Video-Footage finden Sie in unserer Mediendatenbank.

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