Greenpeace-Aktivist:innen protestieren in Berlin mit Banner und Projektion gegen KI-Greenwashing von Nvidia

Weltweit wertvollster Konzern ignoriert Verantwortung für Klimaschutz

Berlin, 21. 10. 2026 – Gegen die rasant steigenden Emissionen des weltgrößten Chip-Herstellers Nvidia protestierten Greenpeace-Aktivist:innen heute auf einer Konferenz des Konzerns in Berlin. “Clean up your dirty business!” projizierten Sie auf den Leinwandhintergrund während der Keynote von Nvidia-Chef Jensen Huang im Veranstaltungsort Tempodrom. Auf einem Banner forderten sie “Nvidia, clean up your dirty business”. In den fünf Jahren seit 2000 haben sich die Treibhausgasemissionen in Nvidias Lieferkette mehr als verachtfacht (+725 Prozent), zeigt ein im September veröffentlichter Report von Greenpeace International. Die nicht ausgewiesenen Emissionen aus der Nutzung der verkauften Chips dürften Schätzungen zufolge fast doppelt so hoch sein.

“Weltweit leiden Menschen unter Nvidias Verantwortungslosigkeit”, sagt Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan. “Die Chipproduktion verbraucht Unmengen Strom und Wasser, produziert Millionen Tonnen CO2 – und dazu kommt erst noch der Ressourcenverbrauch der Rechenzentren. Als wichtigstes Unternehmen der KI-Branche trägt Nvidia Mitverantwortung, dass der Boom der Künstlichen Intelligenz nicht zum Klimakollaps führt.”

Kooperation zwischen Bundesregierung und Nvidia

Am Montag kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Jensen Huang auf dem Investitionsgipfel in Berlin eine Kooperation an: Die Bundesregierung will einen dreistelligen Millionenbeitrag in ein Projekt mit Nvidia investieren, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. “Wer fördert, darf fordern”, sagt Stephan. “Die Bundesregierung muss ihre finanzielle Unterstützung an Nvidias Zusage knüpfen, Lieferketten klimaneutral zu gestalten.”

Seit Juni 2024 steht das Unternehmen immer wieder an der Spitze der wertvollsten börsennotierten Konzerne der Welt, noch vor Apple und Microsoft; im Oktober 2025 überschritt sein Börsenwert als erster überhaupt die Marke von fünf Billionen US-Dollar.

Amazon: Treiber von Umweltzerstörung, Hauptabnehmer von Nvidia-Chips

Die Kritik der Umweltschutzorganisation an Nvidia bezieht auch deren Geschäftspartner mit ein: Amazon Web Services (AWS) etwa ist als weltgrößter Betreiber von Rechenzentren einer der Hauptabnehmer von Nvidia-Produkten. Zwischen 2027 und 2028 will AWS zusätzliche zwei Millionen Hochleistungs-Grafikprozessoren von Nvidia installieren. Ein im Mai veröffentlichter Greenpeace-Report legte offen, in welchen Dimensionen AWS mit Unternehmen Geschäfte macht, die wegen gravierender Umwelt- oder Menschenrechtsverstöße weltweit in der Kritik stehen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Benjamin Stephan, Tel: 0151-57208151, benjamin.stephan@greenpeace.org oder Pressesprecher Michael Weiland, Tel: 0160-1745772, michael.weiland@greenpeace.org Bildmaterial finden Sie in Kürze hier: https://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJHQP7BO

Erhalten Sie Greenpeace e.V.-Neuigkeiten in Ihrem RSS-Reader.

Oder manuell über Atom-URL abonnieren