Hamburg, 30. September 2026 – Der Preis des Deutschlandtickets soll zum kommenden Jahr um weitere knapp 4 Euro auf dann 66,90 Euro steigen, berichten Medien übereinstimmend. Es wäre die vierte Preiserhöhung des millionenfach abonnierten ÖPNV-Abos und mit einer Gesamt-Teuerung von 37 Prozent seit 2023 der höchste Preisanstieg eines solchen Tickets in Europa. Greenpeace-Mobilitätssexpertin Marissa Reiserer sieht eine vertane Chance zur Entlastung und falsche verkehrspolitische Anreize:
Die Preise für Benzin und das Deutschlandticket sind seit Mai 2023 nahezu gleich stark gestiegen. Kein anderes Land in Europa hat seine Bus- und Bahnabos in dieser Zeit so stark erhöht. Jetzt wird Tanken subventioniert und das Deutschlandticket wird nochmal teurer. Diese falschen Prioritäten stoßen knapp 15 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten vor den Kopf und ärgern alle, die auf Bus und Bahn umsteigen wollen. Es ist kurzsichtig, ein Ticket immer weiter zu verteuern, das den Verbrauch von Öl senkt und damit Deutschlands Unabhängigkeit und den Klimaschutz stärkt.Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin
Hohe Spritpreise lassen sich nicht weg subventionieren. Die beste Antwort auf den fossilen Preisschock ist, den Verbrauch von Öl und Gas zu senken. Das Deutschlandticket kann uns dabei einen wichtigen Schritt weiter bringen - aber dafür muss es bezahlbar bleiben. Wer zielgerichtet schnell entlasten will, sollte dringend ein Sozialticket einführen. Anders als der Tankrabatt kommt das auch komplett bei den Richtigen an.Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin
Für Rückfragen erreichen Sie Marissa Reiserer unter Tel. 0151-46296965 oder marissa.reiserer@greenpeace.org
Hintergrund: Greenpeace hat kürzlich die Entwicklung von Klimatickets in 30 europäischen Ländern zwischen 2023 und 2026 verglichen. Deutschland ist dabei aufgrund der bisherigen Preiserhöhungen um einen Platz zurückgefallen.
Website-Artikel: Wie geht es weiter mit dem Deutschlandticket?