Greenpeace: Voraussetzungen für Waldbrände bei Berlin ähnlich wie in französischer Gironde-Region

Waldbegehung zeigt auch Wege zu geringerem Feuerrisiko

Reiersdorf, 3. 8. 2026 - Die Gefahr für verheerende Brände in Wäldern bei Berlin ist ähnlich hoch wie in den aktuell von Feuern betroffenen Regionen im Westen Frankreichs. Darauf weist die Umweltschutzorganisation Greenpeace heute bei einer Waldbegehung im brandenburgischen Reiersdorf hin. Künstlich aufgebaute und industriell genutzte Kiefern-Monokulturen sind in den durch die Klimakrise zunehmenden Hitzeperioden besonders anfällig für Brände. Dabei ist die Hitze nur der Funke – das eigentliche Risiko steigt durch entwässerte, dichte Nadelholz-Plantagen. Durch das lichte Kronendach der Kiefern trocknet die Sonne den Kiefernstreu und Boden nahezu ungehindert aus. Die Messung vor Ort bestätigt hohe Hitze und minimale Luftfeuchtigkeit - ideale Bedingungen für sich schnell ausbreitende Feuer.

Die katastrophalen Brände in Frankreich sind ein Alarmsignal, sie können sich in den Kiefer-Plantagen im Berliner Umland bei der anhaltenden Hitze und den trockenen Böden leicht wiederholen. Dabei können die Wälder unsere stärksten Verbündeten im Kampf gegen die Erderhitzung sein. Aber dafür dürfen wir sie nicht weiter durch intensive Forstwirtschaft schwächen. Stattdessen müssen wir die Wälder erhalten und naturnah wiederherstellen. Harald Gross, Experte für Waldschutz von Greenpeace

“Der Mythos, ein aufgeräumter Wald sei ein sicherer Wald, ist brandgefährlich”

Bei der Begehung führte Greenpeace auch durch Baumbestände, die eine Brandgefahr deutlich senken. Wird Totholz, anders als in den meisten Kiefernforsten, im Wald belassen und eine natürliche Verjüngung des Baumbestands zugelassen, halten Stämme, Äste und der beschattete Boden die Feuchtigkeit wie ein Schwamm - die Temperatur sinkt, die Brandgefahr geht zurück.

Der Mythos, ein aufgeräumter Wald sei ein sicherer Wald, ist brandgefährlich. Das Gegenteil ist der Fall: Totholz ist ein lebensnotwendiger Wasserspeicher. Es bremst den austrocknenden Wind, spendet Schatten und kühlt den Boden. Harald Gross, Experte für Waldschutz von Greenpeace

Im strukturell reichen Laubmischwald zeigten die Messgeräte eine spürbare Abkühlung der Temperatur und eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit. Ein dichtes Blätterdach aus Buchen und Eichen schirmt den Wind ab und erzeugt ein feuerhemmendes Mikroklima. Greenpeace fordert Landesregierungen und Kommunen auf, den ökonomischen Druck auf die Förster:innen in den öffentlichen Wäldern sofort zu senken. In alten, strukturreichen Laubwäldern und Schutzgebieten sollte jeglicher Holzeinschlag unverzüglich gestoppt werden. Die Wälder sollten dringend natürlich verjüngt, Alt- und Totholz als hilfreicher Wasserspeicher im Wald belassen werden.

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