Greenpeace-Aktive führen bundesweites Tempolimit auf Autobahnen ein

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Höchstgeschwindigkeit kann Spritrechnung im Schnitt stärker senken als Tankrabatt

Hamburg, 8. 6. 2026 - An allen 26 beschilderten deutschen Autobahn-Grenzübergängen haben 65 Aktivist:innen von Greenpeace heute Morgen die unverbindliche Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern mit roten “Höchstgeschwindigkeit 100”-Schildern überklebt. Damit protestieren sie für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen als Antwort auf die fossile Krise. Mit ihrem Protest weisen die Umweltschützer:innen auf die vielfältigen Vorteile eines Tempolimits hin. So kann etwa eine generelle Höchstgeschwindigkeit von 100 auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen die durchschnittliche Spritrechnung dauerhaft stärker senken, als der umstrittene Tankrabatt es für kurze Zeit tut. 

Seit drei Monaten starrt die Bundesregierung wie hypnotisiert auf die Preisschilder der Tankstellen, statt das Land aus der Geiselhaft der Ölkonzerne zu befreien. Wer in der fossilen Krise auf fossile Scheinlösungen wie den Tankrabatt setzt, vertagt die Bewältigung des Problems statt es anzugehen. Dabei liegt die kostenlose Lösung auf der Hand: Ein Tempolimit rettet Leben, schützt das Klima und spart sofort Millionen Liter Sprit. Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin  

Tempolimit kann Spritverbrauch um acht Prozent senken

EU-Länder haben unterschiedlich auf den hohen Ölpreis reagiert. Litauen etwa hat die Bahn-Preise halbiert,  Frankreich sozial gestaffeltes Leasing für E-Autos eingeführt. Die Bundesregierung hingegen hat einen 1,6 Milliarden Euro teuren Tankrabatt eingeführt, der Ende Juni ausläuft. Wirtschafts-Expert:innen kritisieren ihn als teuer und unsozial. Erst vergangene Woche nannte auch die EU das deutsche Vorgehen als Negativbeispiel einer teuren und kontraproduktiven Maßnahme. Hingegen fordert selbst die Internationale Energieagentur IEA ein Tempolimit, um den Ölverbrauch in der Krise zu senken und die Folgen zu mildern.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen würde Deutschland pro Jahr etwa fünf Milliarden Liter Sprit sparen - acht Prozent des Gesamtverbrauchs im Straßenverkehr.

Kombiniert mit zielgerichteten Entlastungen für ärmere Haushalte und dem Ausbau von ÖPNV und E-Mobilität ist ein Tempolimit die richtige Antwort auf die aktuelle Ölkrise. Der aktuelle Preisschock muss das Ende des fossilen Zeitalters einläuten: Wir dürfen uns die Zukunft nicht mehr von unkalkulierbaren Öl- und Gaspreisen diktieren lassen. Fossile Energien sind ein Risiko. Wir müssen weg von ihnen. Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin

Weitere Fotos der Aktion finden Sie hier.

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