Greenpeace zur Waldzustandserhebung

Hamburg, 19. Mai 2026 – Achtzig Prozent der Bäume in Deutschland sind weiterhin krank, zeigt die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorgestellte Waldzustandserhebung 2025. Zwar verzeichnet die Erhebung im Vergleich zum Vorjahr eine Stabilisierung, der Zustand des Waldes in Deutschland bleibt jedoch katastrophal schlecht. Der Bericht dokumentiert seit den 1980er- Jahren jährlich die Schäden an den Baumkronen der Bäume in Deutschland. Greenpeace-Waldexpertin Sandra Hieke sieht die intensive Forstwirtschaft und den fehlenden gesetzlichen Waldschutz mit in der Verantwortung:

Wenn Landwirtschaftsminister Rainer betont, dass ‚jeder fünfte Baum gesund‘ sei, ist das kein Grund zur Entwarnung, sondern ein massives Alarmzeichen. Anders ausgedrückt sind nämlich achtzig Prozent unserer Bäume krank. Alle Jahre wieder dokumentiert das Ministerium die miserablen Ergebnisse im Waldzustandsbericht – und alle Jahre wieder bleibt das ohne wirksame politische Konsequenzen. Minister Rainer muss jetzt endlich umsteuern und international längst vereinbarte Schutzziele umsetzen. Das bedeutet vor allem auch: Mehr Wälder vor Holzeinschlag zu schützen. Es ist höchste Zeit für eine echte Kehrtwende hin zu einer ökologischen Waldwirtschaft. Lenkt die Bundesregierung nicht um, können wir das Ergebnis des nächsten Waldzustandsberichts schon jetzt vorhersagen: Vier von fünf Bäumen werden weiterhin krank sein. Oder schlimmer.  Sandra Hieke, Greenpeace-Waldexpertin 

Hintergrund: Der reale Schutzstatus deutscher Wälder

Eine Greenpeace-Analyse zu geschützten Wäldern offenbart, dass fast alle Wälder in Deutschland intensiv forstliche bewirtschaftet werden:

  • Nur 2,8 Prozent der Wälder in Deutschland sind rechtlich vor Holzeinschlag geschützt. 
  • Zwar liegen knapp 80 Prozent der als streng schützenswert identifizierten Waldflächen bereits in offiziellen Schutzgebieten. Der Großteil dieser Gebiete schützt die Wälder jedoch rechtlich nicht vor Holzeinschlag.
  • Zeigten die Daten zu Beginn der Erhebungen in den 1980er Jahren, dass etwa jeder zweite Baum Krankheitssymptome aufwies, hat sich das Verhältnis über die letzten Jahrzehnte immer weiter drastisch verschlechtert: Seit 2022 sind rund 80 Prozent – also vier von fünf Bäumen – geschädigt. Nicht nur die Klimakrise, sondern auch die intensive Bewirtschaftung der Wälder führt dazu, dass die Wälder weniger kühl und feucht und anfälliger für Dürren und Waldbrände sind. 

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