Greenpeace zum EU-Waldschutzgesetz (EUDR)

Brüssel, 4. Mai 2026 – Die Europäische Kommission hat das EU-Entwaldungsgesetzes (EUDR) geprüft und heute das Inkrafttreten zum Jahresende bestätigt. Ab dem 30. Dezember müssen Unternehmen nachweisen, dass bestimmte Produkte – wie Holz, Rindfleisch oder Soja – nicht zur Abholzung von Wäldern beigetragen haben. Dabei empfiehlt die Kommission eine Ausnahmeregelung für Leder und Ledererzeugnisse, obwohl deren Lieferketten mit Waldzerstörung verbunden sind. Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben nun eine entscheidende Kontrollfunktion: Sie können diese Ausnahmeregelung verhindern, wenn sie eine Kompetenzüberschreitung durch die Kommission sehen. Andrea Carta, leitender Rechtsstratege bei Greenpeace EU, kommentiert:

Das Waldschutzgesetz ist ein essenzielles Instrument und ein starkes Signal für den globalen Waldschutz. Es ist höchste Zeit, dass das Gesetz am 30. Dezember vollständig in Kraft tritt. EU-Umweltkommissarin Jeddika Roswall muss zwingend am Zeitplan festhalten und die vollständige Umsetzung bis zum Jahresende garantieren. Es ist jedoch unvertretbar, das Gesetz zugunsten mächtiger Modemarken aufzuweichen. Die Lieferkette für Leder ist heute genauso ein Treiber der Waldzerstörung wie zu dem Zeitpunkt, als das Gesetz verfasst wurde. Die Regierungen und das EU-Parlament müssen diesen Fehler korrigieren und den Ausschluss von Lederprodukten entschieden zurückweisen.  Andrea Carta, leitender Rechtsstratege bei Greenpeace EU

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Andrea Carta, Tel +32 (0)496 161582, andrea.carta@greenpeace.org. Greenpeace EU Pressestelle: +32 (0)2 274 1911, pressdesk.eu@greenpeace.org

Dieser Pressekommentar ist auch verfügbar unter: www.greenpeace.eu. Für aktuelle Nachrichten und Kommentare zu EU-Angelegenheiten: Bluesky

Hintergrund:

  • Zusammenhang zwischen Lederproduktion und Entwaldung: Leder ist ein wesentlicher Bestandteil der Rindfleisch-Wertschöpfungskette und trägt direkt zur Entwaldung bei, insbesondere im brasilianischen Amazonasbecken. Zwischen 2001 und 2022 entfielen 42 % der globalen, landwirtschaftlich bedingten Entwaldung auf die Ausweitung von Rinderweiden. Dies entspricht einer zerstörten Waldfläche in der Größe Spaniens und verursacht die Hälfte aller CO2-Emissionen, die weltweit auf die rohstoffbedingte Entwaldung zurückzuführen sind. Zahlreiche Untersuchungen belegen die enge Verflechtung des Lederhandels mit illegaler Entwaldung und damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen. 
  • Im Dezember 2025 erteilten das Europäische Parlament und die EU-Staaten den Auftrag zur „Vereinfachungsüberprüfung“ der EUDR. Um diesem Mandat zu entsprechen, hat die Kommission zwar Anpassungen an den Leitfäden und FAQs vorgenommen, den Gesetzestext selbst jedoch unangetastet gelassen. 

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