Greenpeace zum Kabinettsbeschluss der Novellierung des Düngegesetzes

Hamburg, 28. April 2026 - Die Bundesregierung beschließt morgen den vom Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorgelegten Entwurf zur Novellierung des Düngegesetzes. Damit soll die Pflicht für landwirtschaftliche Betriebe entfallen, im Rahmen der Nährstoffbilanzierung Düngeüberschüsse auszuweisen. Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Anne Hamester warnt, dass damit eine wirkungsvolle Kontrolle von Überdüngung unmöglich wird:

In diesem Gesetzentwurf fehlt jeglicher Ansatz, wie die massive Belastung unserer Gewässer und des Grundwassers durch Überdüngung wirksam reduziert werden soll. So wird die Versorgung mit Trinkwasser gefährdet, das unbedenklich ist. Die Kosten für die teure Aufbereitung tragen Wasserwerke und schließlich Verbraucher:innen. Anne Hamester, Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin
Die Regierung sollte den Betrieben besser helfen, mit zeitgemäßen digitalen Lösungen die Bilanzierung ihrer Düngepraxis zu erleichtern. Beispiele wie Dänemarks Düngerecht zeigen, wie effektiv und bürokratiearm digitale Lösungen umgesetzt werden können. Jetzt schickt Rainers Gesetzentwurf die zuständigen Behörden auf einen Blindflug: Durch das Ende der Stoffstrombilanz fehlen künftig die Daten, um Verursacher zu identifizieren und auf Grundlage wissenschaftlich fundierter Grenzwerte Nährstoffüberschüsse zielgerichtet zu verringern. Damit droht Deutschland erneut ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie. Für die jährlich mehrstelligen Millionenbeträge müssten am Ende die Steuerzahlenden aufkommen. Anne Hamester, Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin
Greenpeace fordert den Bundestag auf, den Entwurf grundlegend nachzubessern: Eine Nährstoffbilanz muss als Grundlage für wirksame betriebsgenaue Maßnahmen erhalten bleiben, um die EU-Vorgaben einzuhalten und unsere Lebensgrundlagen dauerhaft zu schützen. Anne Hamester, Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin

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