Greenpeace-Umfrage: Bildungspolitik entscheidet für rund 80 Prozent im Osten ihre Wahl mit

Hamburg, 28. 08. 2026 – Bildungspolitik zählt an der Wahlurne: Rund 80 Prozent der Wahlberechtigten in den ostdeutschen Bundesländern geben an, dass Bildung und Schule für ihre Wahlentscheidung wichtig oder sehr wichtig sind. Bundesweit sind es rund drei Viertel. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens F&P unter 1347 Wahlberechtigten im Auftrag von Greenpeace. Besonders deutlich ist die Bedeutung in Mecklenburg-Vorpommern: Für 61 Prozent der dort Befragten sind Bildungs- und Schulpolitik „sehr wichtig“ für die Wahlentscheidung. „Bildungspolitik zu vernachlässigen ist riskant“, sagt Dietmar Kress, Leiter der Bildungsabteilung von Greenpeace. „Für viele Menschen ist Bildungspolitik ein entscheidendes Thema. Parteien müssen darauf Antworten geben und zeigen, wie sie Schulen stärken wollen. Für uns ist klar: Bildungspolitik ist Demokratiepolitik“, so Kress.

Der Handlungsbedarf ist aus Sicht vieler Befragter groß. In Mecklenburg-Vorpommern sehen 49 Prozent viele Probleme im Bildungs- und Schulsystem, in Berlin 44 Prozent und in Sachsen-Anhalt 41 Prozent.

Mehrheit sieht Schulen bei Demokratiebildung in der Verantwortung

Die Befragten benennen klar, was die Politik zuerst angehen sollte: Bundesweit nennen 57 Prozent mehr Lehrkräfte als eine der dringendsten bildungspolitischen Maßnahmen, 51 Prozent die Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden. In Sachsen-Anhalt fordern 68 Prozent mehr Lehrkräfte, in Mecklenburg-Vorpommern 64 Prozent und in Berlin 56 Prozent. Auch bei gesellschaftlichen Herausforderungen sehen viele Befragte die Schulen in der Verantwortung. Eine klare Mehrheit befürwortet, dass Schulen junge Menschen über Fake News und die Gefahren politischer Ideologien aufklären. Bei der politischen Bildungsfunktion von Schulen zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede nach Parteipräferenz. Die Einschränkung von Social Media an Schulen befürworten 75 Prozent der Befragten in Deutschland.

Breite Zustimmung gibt es auch zur Schulpflicht: Je nach Region sprechen sich zwischen 85 und 89 Prozent dafür aus, dass sie bestehen bleibt. “Die Schulpflicht ist nahezu unumstritten”, so Kress. “Die Menschen wollen die gemeinsame Schule – sie erwarten aber auch, dass die Politik sie so ausstattet, dass sie ihren Bildungsauftrag erfüllen kann.”

Für die von Greenpeace beauftragte Befragung wurden zwischen dem 31. Juli und 11. August 1347 Wahlberechtigte zwischen 16 und 80 Jahren online befragt. Die Ergebnisse wurden auf Ebene der Regionen nach Geschlecht, Alter, Bildung, Kindern im Haushalt und Ortsgröße repräsentativ gewichtet. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier und die vollständigen Ergebnisse hier.

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