Klimaschäden von fast einer Billion Dollar pro Jahr entfallen auf die reichsten 0,01 Prozent der Welt
Nairobi/Bonn, 10. 6. 2026 – Eine sehr kleine Gruppe Superreicher verursacht durch ihren Lebensstil und insbesondere ihre Unternehmensbeteiligungen extrem hohe Klimaschäden. Allein im Jahr 2022 werden den Investitionen und Beteiligungen der reichsten 0,01 Prozent der Welt Klimaschäden in Höhe von geschätzt 992 Milliarden US-Dollar (918 Mrd. Euro) zugerechnet. Das zeigt ein heute auf der Bonner Klimakonferenz (SB 64) veröffentlichter Report von Greenpeace Africa (Online: hier).
„An extremen Vermögen hängen noch größere Klimaschäden als bisher angenommen. Die Spitze der Superreichen trägt besonders stark zur Klimakrise bei und muss nach dem Verursacherprinzip auch stärker an den Kosten beteiligt werden.Clara Thompson, Greenpeace-Expertin für Klima- und Steuergerechtigkeit
Der Report berechnet die Klimaschulden, die entstehen, wenn die Emissionen dieser kleinen Gruppe Superreicher über einen gerechten Anteil am verbleibenden CO₂-Budget für das 1,5-Grad-Ziel hinausgehen. Klimaverantwortung lässt sich demnach nicht allein festmachen am klimaschädlichen Lebensstil, etwa Privatjet-Flügen. Bei Hochvermögenden fällt insbesondere die Klimawirkung ihrer Investitionen und Beteiligungen ins Gewicht. Diese werden in der weltweiten und nationalen Klimapolitik bislang weitgehend ausgeblendet.
Der Report unterstreicht die Dimensionen: Die Gruppe der reichsten 0,01 Prozent weltweit umfasst rechnerisch etwa 800.000 Privatpersonen. Für ein durchschnittliches Mitglied dieser Gruppe lagen die geschätzten Klimaschäden aus Kapitalbesitz und Investitionen 2022 bei 1,24 Millionen US-Dollar - mehr als doppelt so viel wie die konsumbezogenen Klimaschäden von 506.783 US-Dollar. Zugleich waren sie mehr als 130-mal so hoch wie bei einem durchschnittlichen Mitglied der reichsten zehn Prozent. Der Report schätzt außerdem, dass das reichste ein Prozent 2022 für rund 41 Prozent aller Emissionen aus Kapitalbesitz und Investitionen verantwortlich war; konsumbezogen entfielen auf das einkommensstärkste ein Prozent dagegen 16,5 Prozent.
Schon eine Besteuerung der Klimaschäden aus den vermögensbezogenen Emissionen der reichsten 0,01 Prozent könnte erheblich zur Klimafinanzierung in besonders betroffenen Ländern, vor allem im Globalen Süden, beitragen. Den Bedarf hierfür schätzt das Climate Action Network (CAN) auf mindestens 1 Billion US-Dollar jährlich. Greenpeace fordert Regierungen auf, sich im Rahmen der Verhandlungen zur UN-Steuerkonvention (UNFCITC) für eine wirksame Vermögensbesteuerung Superreicher und emissionsintensiver Unternehmen einzusetzen.
Hinweis: Der Report wurde erstellt vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace.