Greenpeace-Aktive protestieren gegen schmutzige Geschäfte von Amazons Cloud-Anbieter AWS

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Greenpeace-Report legt kontroverse AWS-Kundschaft offen

Gegen die rücksichtslosen Geschäfte des Amazon Cloud Anbieters AWS protestieren heute 20 Greenpeace-Aktivist:innen beim AWS Summit an den Hamburger Messehallen. Dort wirbt der weltgrößte Cloud-Anbieter für Dienstleistungen, die er auch Unternehmen verkauft, deren Geschäftsmodelle extrem klimaschädlich sind oder Menschenrechte gefährden. Mit einem Banner und der Forderung „Leave the Toxic Cloud” (Raus aus der giftigen Cloud) positionieren sich Aktivist:innen neben dem AWS-Logo an der Fassade. Vor dem Messegebäude (Eingang Mitte) haben die Umweltschützer:innen die Skulptur einer Server-gesteuerten Erdkugel aufgestellt. Darauf installierte Bildschirme zeigen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung, die in ähnlicher Form von Geschäftspartnern von Amazon Cloud Services verursacht werden.

Ein neuer Greenpeace-Report „Amazon’s Toxic Web Services legt erstmals systematisch offen, wie stark AWS mit Unternehmen Geschäfte macht, die wegen gravierender Umwelt- oder Menschenrechtsverstöße weltweit in der Kritik stehen. AWS kennt bei der Wahl seiner Kundschaft keinerlei Skrupel. „Ob Regenwaldzerstörung, fossile Expansion oder Menschenrechtsverletzungen – wo sich Geld verdienen lässt, drückt Amazons Cloud-Sparte beide Augen zu”, sagt Mauricio Vargas, Wirtschaftsexperte von Greenpeace. „AWS macht sogar mit Konzernen Geschäfte, von denen selbst Finanzakteure aus ethischen Gründen die Finger lassen - das ist schockierend.” 

Greenpeace-Report zeigt: Big Tech skrupelloser als Big Finance

Die Untersuchung zeigt: AWS macht mit mindestens 100 der 263 Unternehmen Geschäfte, die nach anerkannten Ausschlusslisten der Finanzindustrie als nicht-investierbar gelten. Der norwegische Staatsfonds schließt 70 dieser AWS-Kunden von Investitionen aus. Darunter JBS, Brasiliens größter Fleischkonzern und Treiber der Amazonas-Abholzung; Palantir, bekannt für umstrittene Überwachungstechnologie; Anduril, das auf AWS-Infrastruktur autonome Kampfdrohnen entwickelt, die Angriffsziele selbstständig identifizieren, ohne menschliche Kontrolle. Auch der Ölkonzern Shell nutzt AWS-Dienste, um neue Vorkommen auszubeuten. „AWS darf nicht länger der Handlanger skrupelloser Konzerne sein. Wer Regenwaldzerstörern und autonomen Kampfrobotern die Server hinstellt, macht sich mitschuldig. Anders als Banken oder die Pharmaindustrie entzieht sich der Tech-Sektor bislang jeder Verantwortung.”, so Vargas. „Greenpeace hat dazu eine Ethik-Richtlinie entwickelt, die klare Ausschlussregeln definiert: keine Cloud-Dienste für Öl- und Gaskonzerne mit Expansionsplänen, für Unternehmen die Regenwälder roden, für Hersteller autonomer Waffensysteme oder für Überwachungstechnologien wie Echtzeit-Gesichtserkennung. Der Ball liegt bei Amazon. Die Richtlinie wartet auf ihre Unterschrift.”

Fotos: Maria Feck/Greenpeace

Fotos der Aktion finden Sie im Laufe des Vormittags hinter diesem Link.

Videos der Aktion finden Sie im Laufe des Vormittags hinter diesem Link.

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