6. 5. 2026 Hamburg / Killybegs, Irland — Diesen Freitag bricht Greenpeace mit einem internationalen Forschungsteam zu einer einmonatigen Tiefsee-Expedition in die Arktis auf. Während der Deep Arctic Expedition arbeitet die Umweltschutzorganisation eng mit vier unabhängigen Forschungseinrichtungen, wie zum Beispiel der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, zusammen. Das Team an Bord wird die besonderen Ökosysteme der arktischen Tiefsee ergründen. Das 65 Meter lange Forschungsschiff ist unter anderem mit einem Tiefseeroboter ausgerüstet, der mit integrierten Kameras und Greifarmen, hochauflösende Video-Dokumentation und Probenahmen in bis zu 3000 Meter Tiefe ermöglicht. Die Tauchgänge ab Mitte Mai werden live via Divestreams übertragen und geben Einblicke in das marine Leben in einem bislang kaum erforschten Teil der arktischen Tiefsee.
Mit dieser Expedition erkunden wir Teile des Planeten, über die wir bislang weniger wissen, als über die Rückseite des Mondes. Da der Mensch nur schützt, was er kennt, erforschen wir die Artenvielfalt an Seebergen und Hydrothermalquellen, zwei bedeutenden Ökosystemen der Tiefsee. Vor allem gefährdete, seltene oder auch bisher unbekannte Arten rücken dabei in den Fokus – sie zu verlieren, bevor wir sie überhaupt verstehen, wäre eine Tragödie.Sandra Schöttner, Tiefseebiologin und wissenschaftliche Leiterin bei Greenpeace International
Die Arktis ist eine Region der Erde, die sich am schnellsten verändert und am wenigsten geschützt ist. Gleichzeitig wächst der Druck der Industrie, die Tiefsee als neue Rohstoffquelle auszubeuten. Das Gebiet der Expedition wurde 2024 von der norwegischen Regierung für den Tiefseebergbau freigegeben. Aktuell liegen die Pläne zumindest bis 2029 auf Eis.
Der Tiefseebergbau würde einzigartige Hotspots der Artenvielfalt unwiderruflich zerstören. Die Arktis muss jetzt dauerhaft vor diesem Raubbau geschützt werden, bevor er überhaupt startet. Diese Expedition wird wissenschaftliche Belege für die gefährdeten Ökosysteme der arktischen Tiefsee sammeln. Sie sollen helfen, Meeresschutzgebiete in dieser Region einzurichten. Wir wollen dokumentieren, was auf dem Spiel steht, wenn wir in das komplexe System der Ozeane eingreifen.Franziska Saalmann, Expedition-Teilnehmerin und Meeresbiologin bei Greenpeace Deutschland
Wissenschaftliches Team: Wissenschaftler:innen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Deutschland), der Universität Uppsala (Schweden), der Universität Madrid (Spanien), der Universität Bergen (Norwegen), sowie Meeresbiologe und Tiefsee-Fotograf Solvin Zankl (Deutschland)
Achtung Redaktionen: Für Interviews von Bord stehen Ihnen Sandra Schöttner und Franziska Saalmann zur Verfügung. Um eine Live-Schaltung abzusprechen oder für Rückfragen kontaktieren Sie bitte die Pressesprecherinnen Birgit Hilmer, Tel. 0151-10588654, bhilmer@greenpeace.org oder Eva Boller, Tel. 0151-55685879, eva.boller@greenpeace.org.