Berlin, 5. 5. 2026 - Deutschland kann seinen Kerosinverbrauch um 38 Prozent senken, wenn Luxusflüge und überflüssige Verbindungen gestrichen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Greenpeace-Berechnung, die fünf Maßnahmen zum Sparen von Kerosin prüft. Das Maßnahmenpaket könnte damit der drohenden Knappheit bei Flugbenzin durch den Irankrieg vorbeugen. Die wirksamste Maßnahme mit etwa 26 Prozent Einsparung wäre, First- und Business-Class für Economy-Plätze zu nutzen. Weiter schlägt Greenpeace vor, Privatjet- und Inlandsflüge zu streichen, kürzere europäische Flüge auf die Bahn zu verlegen und die Zahl der Geschäftsreisen zu halbieren. (Der Report online: https://act.gp/49fr8V2)
Deutschland und Europa könnten schon in wenigen Wochen das Kerosin ausgehen, und den Airlines fällt nicht mehr ein, als Steuerrabatte zu fordern. Die Luftfahrtbranche wird jetzt schon massiv subventioniert. Neue Geldspritzen zaubern nicht mehr Treibstoff her, sondern verschleudern sinnlos Steuergelder. Wenn die Airlines ihren Kerosinverbrauch nicht selbst senken und ineffiziente und unsoziale Luxusangebote streichen, muss die Bundesregierung eingreifen.Lena Donat, Greenpeace-Mobilitätsexpertin
Experten wie der Chef der International Energieagentur warnen, dass Europa spätestens ab Juni mit einem Mangel an Kerosin konfrontiert würde. Die Folge seien Flugstreichungen und deutlich steigende Ticketpreise. Grund dafür ist die Abhängigkeit von Rohöl- und Kerosinimporten, die seit Beginn des Irankrieges nicht mehr die Straße von Hormus passieren. Sollte die Meerenge blockiert bleiben, sind 20 bis 30 Prozent der deutschen Kerosinversorgung gefährdet, zeigt eine neue Berechnung des Ölmarkt-Experten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. (online: https://act.gp/4ePMjk7)
Die Luftfahrtbranche nutzt die drohende Kerosinknappheit, um nach staatlichen Hilfen zu rufen. Der europäische Branchenverband Airlines for Europe (A4E), zu dem auch die Lufthansa gehört, fordert, den auch für die Luftfahrt geltenden CO2-Preis auszusetzen und Luftverkehrssteuern abzuschaffen.
Es kann nicht sein, dass Superreiche weiter mit der Champagnerflöte in der Hand im Privatjet oder der Firstclass durch die Welt fliegen, während andernorts Kerosin rationiert wird. Verschwenderische Luxusflüge und Inlandsflügen gehören gestrichen. Das trifft nur einen Bruchteil der Bevölkerung, der ohne weiteres auf Alternativen ausweichen kann.Lena Donat, Greenpeace-Mobilitätsexpertin