Greenpeace zu den heute vorgestellten Eckpunkten für ein deutsches Textilgesetz

Hamburg, 27. 03. 2026 - Textilhersteller sollen künftig verpflichtet werden, die Verantwortung für die  Entsorgung von Alttextilien zu übernehmen, geht aus den heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) vorgestellten Eckpunkten für ein deutsches Textilgesetz hervor. Das Gesetz setzt die Novelle der EU-Abfallrahmenrichtlinie um, die bis Juni 2027 in Deutschland umgesetzt werden muss. Die erweiterte Herstellerverantwortung muss ab April 2028 für Unternehmen in Deutschland gelten. Für Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft und Textilien, greifen die vorgestellten Maßnahmen zu kurz:

Fast Fashion lässt die Kleiderberge ins Unermessliche wachsen – vor unseren Altkleidercontainern und in Ländern wie Ghana, in die unsere alten Textilien exportiert werden. Doch anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, bleiben die vorgestellten Eckpunkte bei der Sammlung und Sortierung des Textilmülls stehen. Das ist kein Erfolg, sondern eine riesige verpasste Chance.  Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft und Textilien

Um Fast Fashion wirksam einzudämmen, muss die Bundesregierung das Textilgesetz zu einem Anti-Fast-Fashion-Gesetz nach französischem Vorbild ausbauen. Dadurch kann die Überproduktion eingedämmt, zirkuläre Alternativen wie Reparatur und Second-Hand gefördert und Werbung für billige Wegwerfmode gestoppt werden. Die Bundesregierung hat alle rechtlichen Möglichkeiten, diese Maßnahmen sofort umzusetzen - sie darf nicht länger zögern. Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft und Textilien

Hintergrund

Greenpeace fordert ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz nach französischem Vorbild. Dieses umfasst eine Sonderabgabe auf Fast-Fashion-Produkte und fördert die textile Kreislaufwirtschaft wie Second Hand, Reparatur- oder Tauschsysteme. Zudem verbietet es Werbung für Fast-Fashion, auch auf Social Media. Diese Maßnahmen sind dringend notwendig, um die negativen Folgen der Fast-Fashion-Industrie zu begrenzen. Ein Rechtsgutachten im Auftrag von Greenpeace aus dem November 2026 bestätigt, dass diese Maßnahmen auch in Deutschland rechtlich möglich sind.

Erhalten Sie Greenpeace e.V.-Neuigkeiten in Ihrem RSS-Reader.

Oder manuell über Atom-URL abonnieren