Greenpeace-Berechnung: Gestiegener Ölpreis kann Kosten pro Haushalt 2026 um durchschnittlich 500 Euro steigern
Hamburg, 27. 3. 2026 – Der zuletzt deutlich gestiegene Ölpreis kann Haushalte über das Jahr gerechnet teuer zu stehen kommen, zeigt eine neue Berechnung des Branchenexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. Bleibt der Preis für den Rest des Jahres im Schnitt auf dem Niveau von Mitte März, steigen die Gesamtkosten für Ölimporte um gut 20 Milliarden Euro. Pro Haushalt entspricht das einer Kostensteigerung von 496 Euro. Dieser Durchschnittswert fällt je nach Heizung und Fahrzeug jedoch deutlich höher aus. So summiert sich die Mehrbelastung bei einem Einfamilienhaus mit Ölheizung auf 923 Euro pro Jahr. Für Nutzer:innen eines Diesel-Pkw fallen bei durchschnittlicher Fahrleistung 835 Euro zusätzlich an. Die Studie online: https://act.gp/47qnvel
Wer noch mit Öl heizt oder einen Verbrenner fährt, steckt in einer fossilen Falle. Statt Menschen vorzugaukeln, Öl und Gas hätten eine Zukunft, sollte die Bundesregierung den Menschen mit klaren Anreizen helfen, sich möglichst schnell aus dieser Falle zu befreien. Gute Politik sorgt dafür, dass mehr Wärmepumpen gekauft und mehr Verbrenner ersetzt werden durch gut ausgebauten ÖPNV oder ein kleines E-Auto.Matthias Lambrecht, Greenpeace-Sprecher
Die Bundesregierung plant derzeit, den Einbau fossiler Heizungen wieder zu erleichtern. In der EU setzt sie sich dafür ein, den schnellen Umstieg auf E-Autos zu bremsen und weit länger als zuvor beschlossen, Autos mit Verbrennungsmotor zuzulassen.
Die Studie zeigt zudem, wie unsicher die deutsche Versorgungsstruktur bei Öl inzwischen ist. Während die Fördermengen in stabilen Partnerländern wie Norwegen und Großbritannien sinken, nehmen geopolitische Risiken zu. Die USA, nach Norwegen zuletzt zweitgrößter Öllieferant der EU, nutzen unter Präsident Trump fossile Energien inzwischen offen als politisches Druckmittel. Jüngst drohte Trump damit, US-LNG-Exporte in die EU auszusetzen, sollte Brüssel sich gegen ein für die USA vorteilhaftes Handelsabkommen stellen. Andere große Exportländer wie Libyen und der Irak liegen in Krisenregionen mit anfälligen Transitwegen. Oder hängen wie Kasachstan von russischen Pipelines ab.
Öl und Gas sind nicht nur schlecht fürs Klima, sie sind auch ein immer größeres Risiko für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Wenn Wirtschaftsministerin Katherina Reiche jetzt die Erneuerbaren ausbremst und Gasheizungen fördert, torpediert sie damit die deutschen Klimaziele und sorgt für künftig unkalkulierbare Heizrechnungen. Der Bundeskanzler sollte seiner Wirtschaftsministerin dringend daran erinnern, dass sie nicht länger für einen fossilen Konzern arbeitet, sondern für das Wohl des Landes und seiner Menschen.Matthias Lambrecht, Greenpeace-Sprecher