Hamburg, 26. März 2026 – Die EU-Chemiebehörde (ECHA) hat in zwei Stellungnahmen den Vorschlag von Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Schweden und Norwegen bestätigt und ein weitreichendes Verbot von schädlichen PFAS empfohlen. Zugleich spricht die Behörde aber von “gezielten Ausnahmeregelungen” für die Verwendung der sogenannten Ewigkeitschemikalien. Die ECHA reagiert mit ihren Einschätzungen auf die “zunehmenden und langanhaltenden Risiken” von PFAS, die unter anderem in Bekleidung, Verpackungen und Teppichböden zum Einsatz kommen und in vielen Fällen gesundheits- und umweltschädlich sind. Die Einschätzungen der ECHA bilden die Grundlage für einen Vorschlag der EU-Kommission zur strengeren Regulierung von PFAS. Der Greenpeace Ökotoxikologe Julios Kontchou fordert eine zügige Umsetzung ohne weitere Abschwächungen:
Die Einschätzung der EU-Chemiebehörde ist eindeutig: PFAS stellen ein inakzeptables Risiko für Menschen und Umwelt dar. Die Stellungnahmen bestätigen die dringende Notwendigkeit, PFAS umfassend und weitreichend zu beschränken. Für die meisten Anwendungen gibt es längst Alternativen. Für die wenigen Anwendungsfälle, für die Alternativen zu PFAS fehlen, muss die EU jetzt Anreize schaffen, diese zu entwickeln.Julios Kontchou, Greenpeace Ökotoxikologe
Auch die Bundesregierung sollte sich jetzt mit allem politischen Gewicht dafür einsetzen, dass der Vorschlag der ECHA nicht mehr abgeschwächt oder verzögert, sondern gestärkt und beschleunigt wird. Eine umfassende Beschränkung der Herstellung, Verwendung und der Emissionen von PFAS ist längst überfällig. Europa muss den Schutz von Mensch und Umwelt vor kurzfristige wirtschaftliche Interessen stellen.Julios Kontchou, Greenpeace Ökotoxikologe
Hintergrund: Greenpeace hat im vergangenen Jahr mit eigenen Messungen PFAS in Meeresschaum an der deutschen Küste, in Meerestieren und im Rhein nachgewiesen.