Greenpeace zum EU-Gipfel in Brüssel – Aktivisti verwandeln EU-Kommissionsgebäude in „Trump Tower“

Brüssel, 19.3.2026 – Zum Auftakt des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel, protestieren Aktivistinnen und Aktivisten heute an der Fassade des EU-Kommissionsgebäudes gegen weitgehende Zugeständnisse der EU gegenüber der Regierung von Donald Trump. Mit einer Projektion mit der Aufschrift „RESIST TRUMP’S AGENDA“ verwandelten sie das Gebäude optisch in einen goldenen ‚Trump Tower‘, um den drohenden Ausverkauf europäischer Schutzstandards anzuprangern. Unter dem Deckmantel einer Debatte über Wettbewerbsfähigkeit könnten zahlreiche ökologische und soziale Standards in der EU in Gefahr geraten. So drohen die USA beispielsweise damit, ein gemeinsames Handelsabkommen zu blockieren, sollte ihr Land keinen Sonderstatus im EU-Waldschutzgesetz (EUDR) erhalten. Greenpeace-Waldexperte Harald Gross warnt vor einer gefährlichen Kapitulation auf Kosten der Natur und der Menschen in Europa:

Donald Trump spielt regulatorisches Powerplay mit Europa und die EU darf nicht zusehen, wie unsere Institutionen und Standards dabei unter die Räder kommen. Statt sich weiter an Öl und Gas aus den USA zu ketten und unsere Sozial-, Verbraucher- und Umweltstandards zu schleifen, sollte dieser Gipfel ein deutliches Zeichen setzen, dass die EU sich aus der fossilen Falle befreit und an seinen Standards festhält. Harald Gross, Greenpeace-Waldexperte
Auch in Deutschland wird die Axt an den Naturschutz gelegt. Wenn jetzt das EU-Waldschutzgesetz weiter aufgeweicht werden soll, dann verstärkt das die weltweit zunehmende Waldzerstörung und spielt Trumps zukunftsvergessener Umweltpolitik in die Karten. Die Bundesregierung muss diesem zerstörerischen Kurs widerstehen und unsere Lebensgrundlagen verteidigen, statt vor Konzerninteressen und Superreichen zu kapitulieren. Harald Gross, Greenpeace-Waldexperte

Hintergrund: Anlass des heutigen Gipfels sind Beratungen über die Reaktion auf US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran und die damit verbundenen steigenden Energiepreise, der Krieg in der Ukraine sowie der nächste EU-Haushalt. Besonders kritisch sieht Greenpeace die massiven Bemühungen der EU-Staaten zur Deregulierung. Unter dem Druck von US-Lobbyisten werden zentrale Schutzstandards wie das Waldschutzgesetz (EUDR) und die Methanverordnung aufgeweicht. Ein drastisches Beispiel ist die Erpressung beim Waldschutz: Die USA drohen damit, ein gemeinsames Handelsabkommen zu blockieren, sollte ihr Land keinen Sonderstatus in der Entwaldungsverordnung erhalten. Das revolutionäre EU-Waldschutzgesetz soll verhindern, dass Produkte wie Rindfleisch, Holz und Palmöl, die mit Waldzerstörung in Verbindung stehen, auf dem EU-Markt landen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Harald Gross, Tel. 0170 1832195, harald.gross@greenpeace.org oder Pressesprecherin Miryam Nadkarni, Tel. 0160 3319793 miryam.nadkarni@greenpeace.org.

Bildmaterial der Aktion finden Sie hier. Greenpeace-Pressestelle: Tel. 040/30618-340, presse@greenpeace.de, presseportal.greenpeace.de, www.greenpeace.de

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