Greenpeace-Stellungnahme zur Einleitung des EU-Verfahrens gegen Shein

Hamburg, 17. Februar 2026 - Die EU-Kommission hat ein formelles Verfahren gegen den Onlinehändler Shein eingeleitet, weil die Plattform wiederholt Produkte angeboten hat, die illegal sind oder den Verbraucherschutz vernachlässigen. Im Fokus stehen unzureichende Kontrollen sowie Defizite beim Entfernen verbotener Angebote. Grundlage des Verfahrens ist das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA). Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft, hält das Verfahren für einen wichtigen Schritt:

Eine Untersuchung gegen Shein ist mehr als überfällig, greift aber gleichzeitig viel zu kurz. Nur verbindliche gesetzliche Regelungen können verhindern, dass Produkte von Plattformen wie Shein weiterhin unkontrolliert in die EU gelangen – und zum Beispiel die Gesundheit von Verbraucher:innen und die Umwelt durch gefährliche Chemikalien gefährden. 2025 haben wir nachgewiesen, dass es sich bei den Überschreitungen von Grenzwerten in Kleidung, wie denen des EU-Chemikalienrechts, nicht um Einzelfälle handelt. Wäre Shein ein deutsches Unternehmen, wäre es längst geschlossen und die Geschäftsführung säße vor Gericht. Shein allerdings wälzt jegliche rechtliche Verantwortung für die Produktsicherheit auf die Käufer:innen ab und entzieht sich so selbst jeglichen Konsequenzen.  Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft
Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die EU bestehende Schlupflöcher schließt und Shein zwingt, die volle Verantwortung für seine Produkte zu übernehmen. Das bedeutet, dass das EU-Chemikalienrecht in Zukunft auf alle in der EU verkauften Produkte, auch von Online-Plattformen angewendet wird und Plattformen, die wiederholt gegen EU-Richtlinien verstoßen, umgehend gesperrt und mit erheblichen Geldstrafen belegt werden müssen. Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft

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