Münchener Sicherheitskonferenz: Greenpeace-Aktivist:innen entrollen Banner an Kran: “Break Free From Tyrants”
München, 13. 2. 2026 – Greenpeace-Aktivist:innen protestieren mit der Botschaft “Break Free From Tyrants” auf einem rund 90 Quadratmeter großen Banner am frühen Morgen an einem Baukran nahe der Münchener Sicherheitskonferenz. Zehn Kletter-Aktivist:innen entrollten das Transparent über dem Marienhof in etwa 60 Metern Höhe. Grund für die Aktion ist die europäische Abhängigkeit von Flüssiggaslieferungen aus Russland und den USA. Sowohl US-Präsident Trump als auch der russische Präsident Putin nutzen Energielieferungen als Druckmittel.
Wer über Sicherheit spricht, muss auch über Energiepolitik sprechen Die europäische Fixierung auf fossile Gaslieferungen stärkt unberechenbare Machthaber wie Trump und Putin.Marina Falke, Greenpeace-Energieexpertin
Seit Jahresbeginn erreicht pro Woche mindestens ein mit US-Flüssiggas beladener Tanker deutsche Häfen. Die so importierten 730 Millionen Kubikmeter an US-LNG entsprechen 91 Prozent der insgesamt nach Deutschland importierten LNG-Menge. Der Wert der US-Importe seit Jahresbeginn addiert sich auf 234 Millionen Euro. Vergangenen Sommer hat die EU US-Präsident Donald Trump zugesagt, bis 2030 Energie im Gegenwert von 750 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Der Wert der bereits bestehenden EU-Lieferverträge für US-Flüssiggas beläuft sich auf rund 190 bis 210 Milliarden Euro.
Wenn Europa Donald Trump jetzt Energie für weitere 750 Milliarden Dollar abkaufen will, dann birgt das Kosten- und auch Sicherheitsrisiken. Deutschland darf sich nicht von unzuverlässigen Regierungen abhängig machen, die Vereinbarungen einseitig aufkündigen oder an immer neue Bedingungen knüpfen.Marina Falke, Greenpeace-Energieexpertin
Wird der bereits beschlossene EU-Plan zu einer beschleunigten Energiewende - RePowerEU - konsequent umgesetzt, entsteht kein zusätzlicher Bedarf an LNG-Importen, zeigt ein Greenpeace-Hintergrundpapier. Dieser EU-Plan wurde nach dem russischen Überfall auf die Ukraine beschlossen, um Europa schneller unabhängig von fossilen Energieimporten zu machen – vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz und eine stärkere Vernetzung der Stromsysteme.
Für den Vormittag haben Greenpeace-Aktivist:innen eine weitere Demonstration auf dem Marienplatz angekündigt, in unmittelbarer Nähe der Münchener Sicherheitskonferenz. Mit überlebensgroßen, aufblasbaren Skulpturen des US-Präsidenten Donald Trump und des russischen Präsidenten Wladimir Putin fordern sie auf Bannern “Sichere Energie statt Gas-Abhängigkeit”. Die beiden abgebildeten Regierungschefs stehen auf einem 10 Meter langen Modell eines Gas-Tankers, auf dessen Längsseite “Fossil Gas” steht.
Der Weg in die europäische Unabhängigkeit und Energiesicherheit führt nur über einen vollständigen Gasausstieg, eine Wärmewende, die neben dem Heizungstausch auch Sanierungsmaßnahmen einbezieht, und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien.Marina Falke, Greenpeace-Energieexpertin