Greenpeace zu neuen Amazon-Zahlen

Hamburg, den 6. Februar 2026 – Amazon hat am späten Donnerstagabend seine Quartalszahlen veröffentlicht und kündigte eine offensive Expansionsstrategie in Höhe von 200 Milliarden für das Jahr 2026 an. Bereits im Januar hat der US-Konzern mit Unterstützung von deutschen Behörden seine neue „Amazon European Sovereign Cloud“ mit Sitz in Potsdam vorgestellt. Linda Klapdor, Greenpeace-Expertin für BigTech und KI, warnt, dass Amazons Expansion die europäische Kontrolle über Daten und digitale Infrastruktur gefährdet und Umweltstandards verwässert:

Was Amazon als digitale Souveränität verkauft, ist eine Mogelpackung. Trotz europäischer Rechenzentren bleibt seine European Sovereign Cloud ein US-amerikanisches Angebot, das den dortigen Gesetzen unterliegt. Im Ernstfall muss Amazon sensible Daten von europäischen Unternehmen und Verwaltungen an US-Behörden und Geheimdienste übermitteln. Gleichzeitig schwächt Amazon mit gezielter Lobbyarbeit EU-Regeln zum Schutz kritischer Dateninfrastruktur und Umweltauflagen, etwa zum Energieverbrauch von Rechenzentren. Linda Klapdor, Greenpeace-Expertin für BigTech und KI
Digitale Infrastruktur ist das Fundament einer modernen Wirtschaft - wer sie kontrolliert, hat Macht. Europa steckt in einer gefährlichen Abhängigkeit von US-Technologie und darf seine digitale Souveränität und Umweltstandards nicht für Amazon-Gewinne opfern. Politik und Kommunen sollten europäische Cloud-Lösungen stärken und sich der Marktmacht des Tech-Konzerns entgegenstellen. Linda Klapdor, Greenpeace-Expertin für BigTech und KI

Kontakt:

Für Rückfragen erreichen Sie Linda Klapdor unter Tel. 0151-44258751 oder linda.klapdor@greenpeace.org. Internet: www.greenpeace.de

Hintergrund: 

Die EU regelt digitale Märkte und KI mit dem Digital Markets Act, Digital Services Act und dem AI Act und setzt mit Effizienzvorgaben für Rechenzentren auf geringeren Energieverbrauch und Schutz kritischer Infrastruktur. Amazons Cloud Sparte (Amazon Web Services AWS) ist mit rund 29 Prozent Marktführer im Cloud-Geschäft und betreibt auch in Europa zahlreiche Rechenzentren für Unternehmen und Behörden. AWS unterliegt als US-amerikanisches Angebot dennoch dem Cloud Act und dem Foreign Intelligence Surveillance Act, die im Konflikt mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stehen.

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