Greenpeace-Jugendstudie 2025: Jugendliche fühlen sich beim Klimaschutz von der Politik im Stich gelassen

Hamburg, 22. 1. 2026 – Die Mehrheit der Jugendlichen fühlt sich beim Klimaschutz nicht ausreichend unterstützt. Das zeigt das Greenpeace-Nachhaltigkeitsbarometer 2025, eine bundesweite Befragung von insgesamt 1506 jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, die für diese Altersgruppe repräsentativ ist. Die Veröffentlichung erfolgt wenige Tage vor dem Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar. 70 Prozent der jugendlichen Befragten geben an, die Politik lasse sie beim Umweltschutz im Stich. Dieses Ergebnis weist auf ein geringes Vertrauen junger Menschen in die Politik zur Bewältigung einer wesentlichen Herausforderung hin.

„Wenn die Politik große sozioökonomische und ökologische Herausforderungen ignoriert oder populistisch vereinfacht, führt das im schlimmsten Fall zu weiterem Vertrauensverlust der Jugend“, sagt Dietmar Kress, Leiter des Bildungsteams von Greenpeace, „Junge Menschen sehen deutlich das Versagen von Politik und Institutionen. Das gefährdet das Vertrauen und kann langfristig unserer Demokratie schaden.“ Darum fordert Greenpeace verbindliche Mitspracherechte für junge Menschen, nachvollziehbare Entscheidungsprozesse in den sie betreffenden Bereichen und eine Bildung, die ihnen dabei hilft, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.

Vertrauen in die Politik steht auf dem Spiel

Dieses Gefühl spiegelt sich in weiteren Ergebnissen der Umfrage wider: Ebenfalls 70 Prozent der Befragten haben den Eindruck, die Fehler früherer Generationen selbst ausbaden zu müssen. Gleichzeitig sieht die Mehrheit der Befragten die Politik als zentral für nachhaltige Veränderungen.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass Umwelt- und Klimathemen für junge Menschen weiterhin wichtig sind, jedoch zunehmend im Wettbewerb mit sozialen Sorgen wie steigenden Lebenshaltungskosten stehen. Dadurch wiegt die Wahrnehmung politischer Untätigkeit besonders schwer.

Jugendlichen fehlt die Zukunftskompetenz

Je nach Bildungsstatus geben 60 bis 70 Prozent der Befragten an, in Schule, Ausbildung oder Studium mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Berührung gekommen zu sein. Gleichzeitig fühlen sich lediglich 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler und Auszubildenden sehr gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Bei Studierenden liegt dieser Anteil sogar nur bei neun Prozent.

 „Nachhaltigkeit ist heute fester Bestandteil im Lehrplan. Der nächste Schritt muss sein, jetzt ins konkrete Handeln an der Schule und Hochschule zu kommen. Alle Aktivitäten wären partizipativ und ganzheitlich unter das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung gestellt,“ erklärt Dietmar Kress. 

Für das Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer hat das Aris-Umfrageinstitut die jungen Menschen im Juni 2025 befragt. Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von Greenpeace e.V., der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und der Leuphana Universität Lüneburg. Das Nachhaltigkeitsbarometer wurde 2025 zum vierten Mal seit 2011 von Greenpeace in Auftrag gegeben. 

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