Greenpeace-Report: Weltwirtschaftsforum verursacht immer mehr Privatjet-Flüge

Auf vier Davos-Teilnehmende kommt ein Privatflug

Davos, 15. 1. 2026 - Die Zahl besonders klimaschädlicher Privatjet-Flüge rund um das jährliche Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos steigt weiter, zeigt ein neuer Greenpeace-Report (online: https://act.gp/3YIizN0). Während die Zahl der Teilnehmenden weitgehend gleich blieb, stieg die Zahl der zusätzlichen Privatflüge an den Flughäfen um Davos in der Woche des Treffens 2025 auf 709 - zehn Prozent mehr als im Jahr 2024 (628). Im Schnitt kommt inzwischen ein Privatjet-Flug auf vier Teilnehmende.

Das Weltwirtschaftsforum will Antworten auf globale Probleme finden, aber die Reichen und Mächtigen befeuern mit ihren Luxusemissionen die Klimakrise und damit die größte Bedrohung unserer Zukunft. Wir können uns Privatflüge nicht mehr leisten - sie gehören verboten. Lena Donat, Greenpeace-Sprecherin

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) beginnt am kommenden Montag. Erwartet werden bis zu 3000 hochrangige Teilnehmende aus Wirtschaft und Politik.

Die Berliner Denkfabrik T3 wertete im Auftrag von Greenpeace alle Privatjet-Bewegungen an den sieben Flughäfen um Davos (Zürich, Genf, Altenrhein, Dübendorf, Samedan, Basel-Mulhouse (EuroAirport), Friedrichshafen) in der Woche des Weltwirtschaftsforums (20. bis 24. 1, 2025) aus. Diese verglich T3 mit den durchschnittlichen Bewegungen im ersten Halbjahr 2025 und ermittelte so die durch das Treffen verursachten zusätzlichen Flüge. Privatjets verursachen pro Passagier etwa zehnmal so viel Treibhausgase wie ein Linienflug und etwa 50-mal so viel wie eine Zugfahrt.

Deutschland unter den Top drei Ursprungsländer für Privatflüge nach Davos

Greenpeace hat in einem weiteren Schritt die Abflug- und Zielländer der innereuropäischen Flüge ermittelt. Während die meisten Privatflüge zum WEF aus Frankreich (20 Prozent) starten, liegt Deutschland (12 Prozent) trotz guter Zugverbindungen in die Schweiz knapp hinter Großbritannien (13 Prozent) auf Rang drei. Etwa 70 Prozent aller Flüge ließen sich innerhalb von einem Tag auch mit dem Zug absolvieren.

Vielen Superreichen scheint es vollkommen gleichgültig zu sein, dass ihr Lebensstil eine Schneise der ökologischen Zerstörung schlägt. Extremer Reichtum verursacht extreme Emissionen. Um die Klimakosten zu decken, müssen Superreiche stärker besteuert werden. Lena Donat, Greenpeace-Sprecherin

Greenpeace fordert eine ökologische Milliardärssteuer von zwei Prozent auf Vermögen ab 100 Millionen Euro. Damit sollen anstehende Investitionen in sozial gerechten Klimaschutz finanziert werden. Betroffen wären in Deutschland weniger als 5000 Haushalte. Das detaillierte Konzept online hier

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