Greenpeace zur Abstimmung der EU-Botschafter über das EU-Mercosur-Abkommen

Brüssel, 9. Januar 2026 – Eine Mehrheit der EU-Staaten hat heute der EU-Kommission das Mandat gegeben, das umstrittene Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten zu unterzeichnen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen plant nun, nächste Woche nach Paraguay zu reisen, um das Abkommen zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay symbolisch zu besiegeln. Damit das Abkommen offiziell gilt, muss das EU-Parlament in den kommenden Monaten noch zustimmen. Noch im Dezember 2025 war der Europäische Rat uneinig. Vor allem Frankreich und Italien blockierten damals die Entscheidung. Nun hat die italienische Regierung nachgegeben. Die Bundesregierung forciert das Abkommen vor allem, um den Absatz deutscher Exportgüter wie Pestizide und Verbrenner-Autos zu sichern. Die Gegner des Deals kritisieren, dass der Vertrag den Handel mit solchen klimaschädlichen Produkten nicht nur zementiert, sondern aktiv fördert.

Für Greenpeace-Handelsexpertin Lis Cunha ignorieren die EU-Kommission und die Bundesregierung die Bedenken von Millionen Bürgerinnen und Bürgern:

Mit diesem Abkommen unterläuft die Bundesregierung den von Bundeskanzler Merz auf der Weltklimakonferenz zugesagten Schutz des Regenwalds. Der verständliche Wunsch der EU nach neuen Handelspartnern darf nicht auf Kosten von Klima und Natur gehen. Dieses Abkommen schadet dem Klima, zerstört den Amazonas-Regenwald und beschleunigt so die ökologische Krise. Für ein derart zukunftsfeindliches Abkommen darf die EU sich nicht hergeben. Lis Cunha, Greenpeace-Handelsexpertin
Ursula von der Leyen will so tun, als sei das Mercosur-Abkommen längst beschlossen – doch das ist es nicht. Das Europäische Parlament hat bei diesem Abkommen noch ein wichtiges Wort mitzureden. Jetzt liegt es an den deutschen Grünen, Volt und SPD Europaabgeordneten, entschlossen zu handeln und diesen klima- und umweltschädlichen Giftvertrag abzulehnen. Eine aggressive Trump-Regierung ist nicht Grund genug, den Amazonas-Regenwald zu opfern. Der EU-Mercosur-Deal muss komplett neu verhandelt werden – sonst riskieren wir unsere Zukunft. Lis Cunha, Greenpeace-Handelsexpertin

Hintergrund und nächste Schritte: Seit 1999 verhandeln die EU- und Mercosur-Länder über das Freihandelsabkommen. Es soll Zölle auf klima- und umweltschädliche Güter wie Rindfleisch, Soja, Pestizide, Autos und Einwegplastik senken oder abschaffen. Die EU unterhält bereits gute Handelsbeziehungen mit den Mercosur-Staaten. Vor allem Auto-, Chemie-, Agrar- und Plastikkonzerne würden vom Zollabbau profitieren. Die gestiegene Exportnachfrage könnte mehr Regenwald in Südamerika zerstören, um landwirtschaftliche Flächen zu schaffen. In den kommenden Monaten entscheidet das EU-Parlament endgültig über das Abkommen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Handelssexpertin Lis Cunha, Tel. +32 471 013 708, lis.cunha@greenpeace.org Greenpeace-Pressestelle: Tel. 040/30618-340, presse@greenpeace.de, presseportal.greenpeace.de, www.greenpeace.de

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