Greenpeace Kommentar zu Öl-Embargo der EU

Hamburg, 4. 5. 2022 – Die Europäische Union will den Import russischen Öls erst mit langen Übergangsfristen stoppen. Das heute von der EU-Kommission vorgestellte Embargo sieht vor, dass Mitgliedsstaaten und Unternehmen in der EU sechs Monate Zeit haben, den Rohöl-Import aus Russland zu stoppen, nach acht Monaten soll dann auch der Import von Ölprodukten wie Diesel oder Benzin aus enden. Diese Fristen gelten auch für Deutschland, das zuletzt der weltweit größte Abnehmer russischen Öls war. Es kommentiert der geschäftsführende Vorstand Martin Kaiser: 

Diese Ankündigung ist kein Embargo sondern eine höfliche Aufforderung an Putin, sich in den nächsten sechs bis acht Monaten neue Kunden für sein Öl zu suchen. So viel Entgegenkommen an einen Kriegstreiber ist schwer erträglich angesichts des täglichen Mordens in der Ukraine, zumal Deutschland als größter Abnehmer und der allergrößte Teil der EU-Staaten den Öl-Import weit schneller stoppen könnten. Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace e.V.
Ich erwarte von Olaf Scholz und Robert Habeck, dass sie sich bei den heute beginnenden Verhandlungen in Brüssel für ein sofortiges Embargo für Öl von Putin einsetzen. Deutschland muss die kommenden Monate zusätzlich nutzen, um den Verbrauch von Öl insgesamt drastisch zu verringern. Vom Tempolimit bis zu einer fortgesetzten Homeoffice-Pflicht gibt es viele Schritte, mit denen die Bundesregierung sofort Öl sparen kann. Es gibt keine Rechtfertigung, diese jetzt nicht zu gehen. Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace e.V.
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