Greenpeace-Kommentar zur geplanten Nordsee-Plattform zur Erdgasförderung

Hamburg, 6. 4. 2022 – Das niederländische Unternehmen One-Dyas plant, ein Gasfeld im Wattenmeer zwischen den Inseln Schiermonnikoog und Borkum zu erschließen. Dort sollen etwa 60 Milliarden Kubikmeter Erdgas liegen. Die Plattform soll im niederländischen Küstenmeer liegen, etwa 500 Meter von den deutschen Hoheitsgewässern entfernt und etwa 20 Kilometer vor Borkum. Der Verbrauch an Erdgas in Deutschland wird mit 80 bis 100 Milliarden Kubikmetern pro Jahr beziffert. Es kommentiert Greenpeace-Meeres-Kampaigner Manfred Santen:

Dieses Vorhaben gefährdet Umwelt wie Klima, löst aber nicht unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Das anvisierte Gasfeld liegt im weltweit einzigartigen Ökosystem Wattenmeer vor der niederländischen und deutschen Nordseeküste. Seine Ausbeutung hätte schwerwiegende Folgen für die Flora und Fauna im nahe gelegenen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Manfred Santen, Greenpeace-Meeresexperte
Der Anfang dieser Woche veröffentlichte IPCC-Bericht zeigt sehr deutlich, dass die Ausbeutung weiterer Öl- und Gasvorkommen angesichts der zu erreichenden Klimaziele überhaupt kein Weg sein kann. Um eine nachhaltige Unabhängigkeit von russischen Importen zu erreichen, müssen wir jetzt vor allem den Gasverbrauch reduzieren. Dafür nötig ist ein Ausstiegsgesetz für Öl- und Gasheizungen, eine Ausbauoffensive für Wärmepumpen und eine massive Beschleunigung der Gebäudedämmung. Manfred Santen, Greenpeace-Meeresexperte
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Greenpeace Deutschland hat in der vergangenen Woche ein Sofortprogramm veröffentlicht: Kein Gas für Krieg. Sieben Sofortmaßnahmen wie Deutschland unabhängig von russischem Gas wird und den Gasausstieg einleitet.

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