Punta Arenas (Chile) / Hamburg, 15. 1. 2018 – Bislang kaum bekannte Regionen im antarktischen Weddellmeer erforscht Greenpeace in den kommenden Wochen mit dem Expeditionsschiff „Arctic Sunrise“. Unter der Leitung der Antarktis-Forscherin Dr. Susanne J. Lockhart wird das Schiff im Laufe der Woche im als besonders artenreich geltenden nördlichen Weddellmeer ankommen. Unterstützt wird Lockhart von der Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner. Erstmals sollen mit bemannten Tauchbooten in hunderten Metern Tiefe wissenschaftliche Daten gesammelt werden, die verdeutlichen, warum der Lebensraum geschützt werden muss. Die Forscher hoffen unbekannte Arten und besonders schützenswerte Strukturen wie Tiefseeschwämme und -korallen am Meeresboden zu entdecken.
Im kommenden Herbst entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über ein mögliches Schutzgebiet im Weddellmeer. Mit rund 1,8 Millionen Quadratkilometern wäre es das weltweit größte Meeresschutzgebiet und gut fünfmal so groß wie die Bundesrepublik. Den Vorschlag hierzu hat noch die alte Bundesregierung unter Fischereiminister Christian Schmidt (CSU) zusammen mit der EU-Kommission vorgelegt. Die kommerzielle Fischerei sei eine potenzielle Gefahr für die Tierarten im Weddellmeer. Die fortschreitende Erderhitzung lässt die antarktischen Eismassen abschmelzen und lockt industrielle Krillfischer in bislang nicht zugängliche Regionen. Krill ist für das Überleben von Pinguinen, Walen und Robben unerlässlich. „Wir müssen die einzigartigen Ökosysteme der Antarktis erhalten und das Weddellmeer vorsorglich unter Schutz stellen“, sagt Greenpeace-Expertin Schöttner. Greenpeace fordert, dass die neue Bundesregierung den eigenen Schutzgebietsvorschlag gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchsetzt.
Über Greenpeace e.V.
Greenpeace arbeitet international, setzt sich mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen ein.
Das verwendete Bildmaterial steht 14 Tage nach Veröffentlichung zum Download für Medien zur Verfügung. Lieferbedingungen: keine Weitergabe an Dritte, kein Weiterverkauf, keine Archivierung, nur für redaktionelle Zwecke, Quellenangabe obligatorisch.
Kontaktdaten
-
vCard herunterladen
- Pressestelle
- Allgemeine journalistische Anfragen, Erreichbarkeit montags bis freitags 9-14 Uhr
- presse@greenpeace.de
- 040-30618340
-
vCard herunterladen
- Fotoredaktion
-
Anfragen für Bilder //
Mediendatenbank unter media.greenpeace.org - photo@greenpeace.de
-
vCard herunterladen
- Videodokumentation
-
Anfragen für Videomaterial //
Mediendatenbank unter media.greenpeace.org - video@greenpeace.de
Link kopieren
https://presseportal.greenpeace.de/205192-greenpeace-taucht-in-unerforschten-teilen-der-antarktis/Verwandte Themen
Verwandte Presseaussendungen
Greenpeace zeigt mit Simulation : Havarie des Öltankers “Eventin” hätte Ostsee-Ökosysteme schwer beschädigt
Eine Havarie des russischen Öltankers “Eventin”, der im vergangenen Januar stundenlang manövrierunfähig vor der Insel Rügen trieb, hätte die Küsten der Ostseeanrainerstaaten ökologisch schwer besch...
Greenpeace zur 1. Lesung der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes
Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesvorschlag zum Verbot von Öl- und Gasausbeutung in Meeresschutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone droht im Bundestag abgeschwächt zu werden. D...
Greenpeace zu den EU-Fangquoten in der Ostsee
Der EU-Rat “Landwirtschaft und Fischerei” hat sich heute auf die Fangquoten für die Ostsee für das Jahr 2026 geeinigt.
Greenpeace-Recherche weist gesundheitsgefährliche Chemikalien nach in Speisefischen aus Nord- und Ostsee
Speisefische, Muscheln und Krabben aus Nord- und Ostsee sind zum Teil stark mit schädlichen PFAS belastet. Messungen von Greenpeace weisen Konzentrationen nach, die über den Empfehlungen der EU-Beh...
Greenpeace deckt auf: Russische Ölexporte mit veralteten Tankern fahren ohne Flaggenstaat und Versicherungsschutz
Geister-Tanker ohne Flaggenstaat und Versicherungsschutz aus der russischen Schattenflotte bedrohen mit ihrer Rohölfracht die deutschen Küsten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Greenpeace-Analyse.