Hamburg, 10.4.2018 – In einem neuen Einkaufsratgeber empfiehlt Greenpeace schadstofffrei und sozial gerecht hergestellte Kleidung. Die unabhängige Umweltschutzorganisation bewertet die acht wichtigsten Öko-Textillabel mit bis zu drei Sternen – und bietet so eine einfache Einkaufshilfe. Die höchsten Anforderungen für Chemikalienmanagement, Recycling und Arbeitnehmerrechte erfüllen der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN Best), der Global Organic Textile Standard (GOTS) und „Made in Green“ von Oeko-Tex. „Nur die von Greenpeace empfohlenen unabhängigen Öko-Textilsiegel sorgen für eine saubere Textilproduktion“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace: „Die Bekleidungs-Branche wirbt mit eigenen Öko-Programmen, Nachhaltigkeit und Recycling, verschmutzt aber die Umwelt wie kaum eine andere.“ Die Broschüre im Pocket-Format kann unter 040-30618-120 oder www.greenpeace.de/textilratgeber kostenlos bestellt werden.
In seiner aktualisierten fünften Auflage zeichnet der Greenpeace-Ratgeber mit „Made in Green“ das dritte Siegel mit drei Sternen aus. Die Oeko-Tex-Tochter prüft den gesamten Chemikalieneinsatz in der Textil-Herstellung. Das weit verbreitete Siegel Oeko-Tex 100 verspricht hingegen nur schadstofffreie Endprodukte – der Chemikalieneinsatz in der Fabrik spielt keine Rolle. Die firmeneigenen Öko-Siegel großer Fast-Fashion-Marken wie H&M, C&A oder Zara sind nach Auffassung von Greenpeace oft nur ein Feigenblatt: Einzelne Kollektionen werden nach strengeren Richtlinien produziert und stark beworben – das restliche Sortiment bleibt konventionell.
Mit der Textil-Kampagne „Detox“ hat Greenpeace bis heute 80 Textilhersteller davon überzeugt, bis zum Jahr 2020 auf eine Produktion ohne gefährliche Chemikalien umzustellen. Doch Erfolge im Chemikalienmanagement werden durch den rasanten und ressourcenvernichtenden Konsum von Billig-Textilien erschwert. Nach einer Greenpeace-Studie vom November 2015 stapeln sich in deutschen Kleiderschränken über zwei Milliarden Kleidungsstücke, die selten oder nie getragen werden. Trotzdem wird ständig neu gekauft, mit schweren Umweltfolgen: Die Produktion einer einzigen Jeans verbraucht beispielsweise bis zu 7000 Liter Wasser und vergiftet Gewässer in Herstellungsländern wie China, Vietnam oder Pakistan. Für Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Monaten zudem, dass fabrikneue, aber fehlerhafte Ware gelegentlich gar nicht recycelt, sondern gleich verbrannt wird.
Angesichts überquellender Kleiderschränke und häufiger Skandale in der Fast-Fashion-Industrie schätzen jedoch viele Verbraucherinnen und Verbraucher wieder zertifizierte, hochwertige und langlebige Kleidung. Geschäfte für Grüne Mode in Deutschland listet daher der neue Textil-Ratgeber unter www.greenpeace.de/ecofashionstores auf. „Mode sollte mehr als eine Verpackung sein, die man wie einen Müslikarton wegwirft“, sagt Brodde: „Solide ist das neue Cool.“
Über Greenpeace e.V.
Greenpeace arbeitet international, setzt sich mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen ein.
Das verwendete Bildmaterial steht 14 Tage nach Veröffentlichung zum Download für Medien zur Verfügung. Lieferbedingungen: keine Weitergabe an Dritte, kein Weiterverkauf, keine Archivierung, nur für redaktionelle Zwecke, Quellenangabe obligatorisch.
Kontaktdaten
-
- Simone Miller
- Pressesprecherin Mobilität
- simone.miller@greenpeace.org
- 0171-8706647
Link kopieren
https://presseportal.greenpeace.de/205164-die-besten-textil-siegel-im-greenpeace-check/Verwandte Themen
Verwandte Presseaussendungen
Greenpeace-Stellungahme zum Ergebnis der UN-Verhandlungsrunde zum Plastikabkommen
Die sechste Verhandlungsrunde des UN-Plastikabkommens endet ohne abschließendes Abkommen. Die Positionen der Länder klaffen so weit auseinander, dass keine Einigung möglich ist.
Plastikkonferenz in Genf: Greenpeace-Aktivist:innen protestieren mit schwarzer Farbe gegen Plastikflut
Für ein starkes Abkommen gegen die Plastikflut protestieren heute morgen 22 Greenpeace-Aktivist:innen am Palais des Nations in Genf. Ihr Protest richtet sich gegen den übermäßigen Einfluss der foss...
Greenpeace-Stellungnahme zum Start der UN-Plastikkonferenz
Die fünfte UN-Verhandlungsrunde für ein globales Plastikabkommen beginnt am 4. August 2025 – und mit ihr die vielleicht letzte Chance, die Plastikflut wirksam einzudämmen. Greenpeace-Plastikexperte...
Historische Chance: UN-Plastikabkommen entscheidet sich in Genf – Mediabriefing von Greenpeace
Vom 5.–14. August 2025 verhandeln die UN in Genf über ein globales Plastikabkommen. Ziel ist ein verbindlicher Vertrag zur Regulierung der gesamten Plastikkette. Greenpeace fordert Reduktionsziele,...
Greenpeace: Plastikproduktion verbraucht allein in Deutschland 9 Millionen Tonnen Öl und Gas
Für die Produktion von Plastik werden allein in Deutschland fast neun Millionen Tonnen an Öl und Gas pro Jahr verbraucht – das zeigt ein neuer Greenpeace-Bericht. Mehr als ein Viertel der rund 16.0...