EZB muss einen klaren Plan entwickeln, wie sie aus der Klimakrise resultierende Investitionsrisiken wirkungsvoll vermeiden kann
Frankfurt am Main, 25. Januar 2021 – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute angekündigt, ein Zentrum für Klimawandel einzurichten, das die Arbeit zu Klimathemen in verschiedenen Bereichen der Bank bündeln soll. EZB-Präsidenin Christine Lagarde betonte die Dringlichkeit, den Klimawandel anzugehen, da dieser Wirtschaft und Politik der EZB zunehmend betreffe. Es kommentiert Mauricio Vargas, Volkswirt und Finanzexperte von Greenpeace:
Christine Lagarde bewegt sich in die richtige Richtung und bemüht sich um Ernsthaftigkeit im Kampf gegen die Klimakrise. Klar ist aber auch, dass die heute skizzierten Schritte nicht ausreichen. Statt kosmetischer Änderungen innerhalb der Organisationsstruktur müssen wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden: Die EZB muss einen klaren Plan entwickeln, wie sie aus der Klimakrise resultierende Investitionsrisiken wirkungsvoll vermeiden kann. Sie muss auch dafür Sorge tragen, dass ihre milliardenschweren geldpolitischen Portfolien sowie der Sicherheitenrahmen für Bankkredite in Einklang mit den EU-Beschlüssen zur Klimaneutralität stehen. Nur diese Maßnahmen werden glaubwürdige Rahmenbedingungen für ein klimaresilientes Finanzsystem schaffen.Mauricio Vargas, Volkswirt und Finanzexperte von Greenpeace
Eine Greenpeace-Studie von Oktober 2020 zeigt, wie die EZB mittels ihrer Anleihenkäufe insbesondere klimaschädliche Unternehmen fördert
Das “Greenpeace-Manifest für eine pariskonforme geldpolitische Ausrichtung”der Notenbanken von Dezember 2020 legt dar, warum die Bundesbank die Folgen der Klimakrise in ihrer Geldpolitik zwangsläufig berücksichtigen muss: