Europäische Zentralbank: Greenpeace-Aktivist:innen demonstrieren mit Protestflug und Banner für Grüne Geldpolitik
Frankfurt am Main, 10. 3. 2021 – Gegen die klimaschädliche Geldpolitik der Notenbanken protestieren heute Greenpeace-Aktivist:innen am Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Vom Dach des Eingangsgebäudes rollen sie, nachdem sie mit Gleitschirmen gelandet sind, ein zwölf mal sechs Meter großes Banner mit der Aufschrift: “Stop funding Climate Killers!”. Ein weiterer Aktivist am Gleitschirm protestiert mit einem Flugbanner. Zeitgleich veröffentlicht Greenpeace eine neue Studie. Diese belegt am Beispiel akzeptierter Kreditsicherheiten bei Unternehmensanleihen, dass die EZB besonders klimaschädliche Unternehmen massiv bevorzugt. In der EZB findet morgen unter Leitung von Christine Lagarde die nächste Ratssitzung mit dem Direktorium sowie den Präsident:innen der europäischen Notenbanken statt. “Unsere Studie zeigt, dass die EZB systematisch den Klimaschutz untergräbt. Der EZB-Rat sollte zügig eine geldpolitische Strategie präsentieren, die sich am Pariser Klimaabkommen orientiert. Aber die Verantwortlichen bleiben vage“, sagt Mauricio Vargas, Finanzexperte von Greenpeace.
Die neue Studie “Greening the Eurosystem Collateral Framework” analysiert das Rahmenwerk zu den akzeptierten Kreditsicherheiten der Europäischen Zentralbank. Es handelt sich um eine gemeinsame Publikation von Greenpeace, der New Economics Foundation (NEF), der SOAS University of London, der University of the West of England und der University of Greenwich.
Besonders kritisch bewertet Greenpeace, dass Anleihen von klimaschädlichen Emittenten bei der Risikoeinschätzungen von niedrigeren Abschlägen profitieren, während die EZB klimafreundlichere Sektoren als riskanter eingestuft und mit höheren Abschlägen versieht. Zudem akzeptiert die EZB überproportional viele Anleihen von fossilen Energieunternehmen. Die Studie schlägt drei Wege vor, um den kohlenstoffintensiven Anteil und damit die mit der Klimakrise verbundenen Risiken des Sicherheitenrahmens zu reduzieren. Während im ersten Szenario nur die Risikoabschläge entsprechend der Klimaschädlichkeit erhöht werden, schließen die beiden schärferen Szenarien auch besonders klimaschädliche Unternehmen aus.
Die EZB-Geldpolitik gilt mit ihrer Steuerungs- und Investitionsmacht als Rahmengeber für den Euroraum. Insbesondere ihr Umgang mit Klimarisiken ist signalgebend für die europäische Finanzwelt. Obwohl EZB-Chefin Lagarde bereits im vergangenen Jahr auf den Zusammenhang von Klimarisiken und Preisstabilität aufmerksam machte, steht eine Reform der Geldpolitik immer noch aus. Die für Frühjahr 2021 angekündigte neue geldpolitische Strategie wurde verschoben. Die Ratsmitglieder widersprechen sich derweil öffentlich, was die Rolle der Notenbanken beim Klimaschutz anbelangt. “Die Klimakrise als historische Herausforderungen benennen und gleichzeitig Klimasünder zu begünstigen - das zeugt von Doppelmoral”, sagt Vargas.
Über Greenpeace e.V.
Greenpeace arbeitet international, setzt sich mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen ein.
Das verwendete Bildmaterial steht 14 Tage nach Veröffentlichung zum Download für Medien zur Verfügung. Lieferbedingungen: keine Weitergabe an Dritte, kein Weiterverkauf, keine Archivierung, nur für redaktionelle Zwecke, Quellenangabe obligatorisch.
Kontaktdaten
-
- Pressestelle
- Allgemeine journalistische Anfragen, Erreichbarkeit montags bis freitags 9-14 Uhr
- presse@greenpeace.de
- 040-30618340
-
- Fotoredaktion
-
Anfragen für Bilder //
Mediendatenbank unter media.greenpeace.org - photo@greenpeace.de
-
- Videodokumentation
-
Anfragen für Videomaterial //
Mediendatenbank unter media.greenpeace.org - video@greenpeace.de
Verwandte Themen
Verwandte Presseaussendungen
Greenpeace-Stellungnahme zur Greenwashing-Strafzahlung für die DWS
Wegen Greenwashing muss die Deutsche-Bank-Tochter DWS 25 Millionen Euro Strafe zahlen. Das hat laut Medienberichten heute die Staatsanwaltschaft verkündet.
Greenpeace-Aktivist:innen protestieren vor Koalitionsverhandlungen für ökologische Milliardärssteuer
Mit einer 4 Meter langen Dagobert-Karikatur nach dem Design des Künstlers Jacques Tilly demonstrieren Greenpeace-Aktivist:innen vor dem Willy-Brandt-Haus für eine ökologische Milliardärssteuer zur ...
„Milliardäre besteuern, Klima retten!“: Greenpeace-Aktive demonstrieren vor CDU-Wahlkampfauftritt
Für eine gerechtere Finanzierung der anstehenden Zukunftsaufgaben beim Schutz von Klima und Natur demonstrieren Greenpeace-Aktive heute vor dem Wahlkampfauftritt von CDU-Kanzlerkandidat Friedrich M...
Greenpeace-Kurzstudie: Klimageld wäre ökologischer und gerechter als Steuersenkungen
Die Entlastung durch ein Klimageld ist sozial gerechter und ökologisch vorteilhafter als Steuersenkungen. Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auft...
Greenpeace-Aktive gehen in 42 Städten für gerecht finanzierten Klimaschutz auf die Straße
Über eine ökologische Vermögenssteuer für Superreiche informieren Aktive von Greenpeace diesen Samstag bundesweit in 42 Städten von München über Köln bis Dresden.