Hamburg, 5.5.2021 - Medienberichten zufolge hat sich die Bundesregierung auf erste Eckpunkte für die Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes geeinigt. So soll der CO2- Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken, bisher waren nur 55 Prozent vorgesehen. Zudem soll Deutschland die Klimaneutralität bereits 2045 erreichen, fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Das Bundesverfassungsgericht stufte vergangene Woche das 2019 beschlossene Klimaschutzgesetz als teilweise verfassungswidrig ein, da es zu viele Lasten auf die Zeit nach 2030 verschiebt und damit die Freiheitsrechte jüngerer Generationen gefährdet. Es kommentiert Lisa Göldner, Klima-Expertin von Greenpeace:
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts drückt die Bundesregierung jetzt mächtig auf die Tube. Doch das neu erklärte Klimaziel für 2030 reicht nicht aus. Sinken die Emissionen lediglich um 65 Prozent, wird Deutschland sein CO2-Restbudget bis 2030 bereits zu rund 85 Prozent verbraucht haben. Danach wären so drastische Maßnahmen notwendig, dass sie die Freiheitsrechte der jungen Generation erheblich verletzten.
Deutschland muss den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2030 um mindestestens 70 Prozent verringern. Nur dann lassen sich die Rechte der jungen Generation sichern. Und nur dann orientiert sich die deutsche Klimapolitik endlich am Klimaabkommen von Paris. An einem beschleunigten Kohleausstieg bis 2030, einem Ende für die Neuzulassung von PKW mit Verbrennungsmotor bis 2025 und schneller Abschaffung der Massentierhaltung führt kein Weg mehr vorbei.Lisa Göldner, Klima-Expertin von Greenpeace
Über Greenpeace e.V.
Greenpeace arbeitet international, setzt sich mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen ein.
Das verwendete Bildmaterial steht 14 Tage nach Veröffentlichung zum Download für Medien zur Verfügung. Lieferbedingungen: keine Weitergabe an Dritte, kein Weiterverkauf, keine Archivierung, nur für redaktionelle Zwecke, Quellenangabe obligatorisch.
Kontaktdaten
-
vCard herunterladen
- Sonka Terfehr
- Pressesprecherin Energiewende, Gasausstieg
- sonka.terfehr@greenpeace.org
- 0175-5891718
Link kopieren
https://presseportal.greenpeace.de/204271-kommentar-zu-den-eckpunkten-fur-die-nachbesserung-des-klimaschutzgesetz/Verwandte Themen
Verwandte Presseaussendungen
Greenpeace-Report: Luxusflüge verursachen vier- bis fünfmal soviel CO2 wie ein Economy-Flug
Ein Langstreckenflug in der First- und Business-Class ist im Schnitt vier- bis fünfmal so klimaschädlich wie ein Economy-Flug, zeigt ein heute veröffentlichter Greenpeace-Report.
Greenpeace zum heute vorgestellten “Auto Paket” der EU-Kommission
Die EU-Kommission will den Klimaschutz im Verkehr aufweichen.
Greenpeace zum Rückschritt der EU-Kommission beim Verbrennerumstieg
Die EU-Kommission vollzieht beim Klimaschutz im Verkehr eine Kehrtwende.
Greenpeace zu den Koalitions-Beschlüssen zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz
Die Bundesregierung will Natur- und Klimaschutz vor die Asphaltiermaschine werfen.
Neue Fotos zeigen das Ausmaß der Gletscher-Schmelze in den europäischen Alpen
Die Alpengletscher schmelzen seit dem Jahr 2000 immer schneller. Das Ausmaß des Eis-Verlustes zeigen neue Fotos der Gesellschaft für ökologische Forschung. Seit 25 Jahren dokumentiert die Gesellsch...